Von Yvonne Brandt
Am Lutherplatz werden 20 Stellen gestrichen. Die Arbeit übernehmen Externe. Das sei nötig für die Standortsicherung.
Krefeld. Das Helios-Klinikum wird seine Lohn- und Gehaltsabrechnung künftig von einem externen Dienstleister abwickeln lassen. Auch der Schreibdienst wird ausgegliedert. Betroffen sind davon rund 20 Stellen. Dem hat mehrheitlich im nichtöffentlichen Teil jetzt der Finanz- und Beteiligungsausschuss zugestimmt.
Die Stadt hatte Ende 2007 Geschäftsanteile in Höhe von 74,9 Prozent an den privaten Krankenhausträger verkauft, aber für den Rest „ausgeprägte Rechte des Minderheitsgesellschafters“ vertraglich festgelegt. Deshalb werden Wirtschaftspläne ebenso wie betriebsrelevante Veränderungen in den entsprechenden Ausschüssen der Stadt thematisiert.
Gegner der Privatisierung befürchten scheibchenweisen Stellenabbau
Die Gegner der Privatisierung haben in der Vergangenheit immer wieder vor einem „scheibchenweisen Abbau von Arbeitsplätzen“ gewarnt. Deshalb hatte sich Helios vertraglich zum Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen bis 31. Dezember 2010 verpflichtet und im nächsten Schritt für Abfindungen einen Sozialfonds in Höhe von 20 Millionen Euro eingerichtet. Seither haben etliche Mitarbeiter von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht. Laut Helios sind bis Dezember 2008 allein 77 Vollkräfte vor allem in den medizinisch nicht relevanten Bereichen ausgeschieden. Das ärztliche personal hingegen ist in diesem ersten Jahr hingegen um 9 Kräfte aufgestockt worden.
„Die Klinik muss sich sanieren“, sagt Oberbürgermeister Gregor Kathstede auf Nachfrage, der in diesen Schritten keinen Wortbruch sieht. FDP-Fraktionschef Joachim C. Heitmann sieht darin eine Maßnahme zur Standortsicherung, auch wenn als Wermutstropfen Arbeitsplätze wegfallen. „Das ist eine Verlagerung der Schwerpunktarbeit hin zum medizinischen Bereich. Eine Buchhaltung kann sich ein Krankenhaus von außen einkaufen.“
So begründet auch Helios-Regionalgeschäftsführer Hans Walter Singer den Schritt: „Es handelt sich dabei um keine Leistungen, die zum Kernkompetenzbereich einer Klinik gehören. Diese können kostengünstiger, als dies im Eigenbetrieb möglich wäre, angeboten und abgedeckt werden.“
Vertragsbrüchig sei Helios dadurch nicht geworden. Singer: „Es gab in diesem Zusammenhang keine betriebsbedingten Kündigungen! Alle Personalanpassungsmaßnahmen erfolgten sozialverträglich auf freiwilliger Basis. Anderen Mitarbeitern konnten alternative Arbeitsplätze im Klinikum angeboten werden. Ebenso war es möglich, altersbedingte Berentungen in die Maßnahmen einzubeziehen.“ Unter dem Aspekt unveränderter Preise im Gesundheitswesen bei steigenden Kosten (Tarifentwicklung) sei es unvermeidbar, um die notwendige Sanierung des Standortes nicht zu gefährden.



