Von Ursula Willcox
Schöne Stimmung, viele Besucher, gute Bands auf dem Platz an der Alten Kirche.
Höhepunkt des Folklorefestes: der Auftritt der italienischen Band Riserva Moac.
Krefeld. „Hier entwickelt sich so etwa wie eine Szene“, stellte Helmut Wenderoth, Moderator des Folklorefestes an der Alten Kirche am späten Samstagabend fest. Er ist überzeugt davon, dass solche Initiativen, die Kommunikation und Kultur in familiärer Atmosphäre verbinden, in Zukunft wichtig sein werden. Der große Andrang, der diesmal bereits am Freitagabend einsetzte, bestätigte eindrucksvoll seine Worte.
Der erste Tag gehörte irischer Folklore. Da hieß es wieder „Mitmachen“ beim Tanzworkshop mit Tanzlehrer Frank Ringer. Der fand schnell mutige Besucher. „Sidestep eins, zwei, drei“, da kommt man schon mal aus der Puste. „Wenn hier gleich das große Chaos ausbricht, ist das nicht schlimm. Hauptsache sie haben Spaß“, und den hatten Publikum und Tänzer gleichermaßen.
Der Freitag endete mit einer Session im Irish Pub
Am Abend gehörte die Bühne den Profis: der Band In Search of a Rose. Nach stürmischen Applaus entschlossen sich die Musiker, den Abend mit einer Session im „Irish Pub“ ausklingen zu lassen. Am Samstagnachmittag wurde die Bühne kurzerhand zur Küche erklärt. Zaches & Zinnober rührten aus Liedern, Geschichten und Mitmachaktionen einen Brei, der den Kinder schmeckte.
Dass, auch zum Bedauern der Veranstalter, sich weitaus weniger kleine Zuschauer einfanden als erhofft, war auch wohl den Temperaturen zuzuschreiben. 30 Grad, da geriet sogar die portugiesische Tanzgruppe, ein echtes Krefelder Eigengewächs, ins Schwitzen. Bevor Robert Kramm vom Asta der Hochschule Niederrhein das Programm offiziell eröffnete, pries das Provinztheater an der musikalischen Fleischtheke ein Kilo „Rampensau“ für 1,99 Euro an und ließ es polkamäßig rumpeln.
Das Abendprogramm eröffnete Dharma Bums vom Niederrhein. Absoluter Höhepunkt: Riserva Moac aus Italien. Optischer und akustischer Genuss mit überschäumenden Temperament serviert. „Das ist kaum noch zu toppen“, war sich Jörg Meuther, Gitarrist der legendären Krefelder Band Tchalo, sicher. Er behielt recht.
Beim Folklorefest traten diesmal auf: In Search of a Rose, Zaches & Zinnober, Provinztheater, Dharma Bums, Riserva Moac, Valravn und Six Nations.
Wie immer wurden die Besucher rund um den Platz mit Köstlichkeiten aus den unterschiedlichsten Nationen verwöhnt u.a. aus Portugal, Griechenland, Italien und Indien.
Beim Klang nordisch-rauher Töne der dänischen Band Valravn nahm das Kommunikations-Gemurmel deutlich zu. Noch während kurz vor Mitternacht Six Nations die Tanzlust anfeuerte, freute sich Renate Gotzen, Vorsitzende der Initiative Folklorefest, die vor zehn Jahren die Regie der Veranstaltung von der Stadt übernahm, über den Erfolg. „Es war eine Punktlandung, die wir nicht zuletzt dem Wetter und auch dem Krefelder Samstag zu verdanken haben.“



