Mozarts „Figaro“ feiert am 2. Februar in Krefeld Premiere. Es geht um Seitensprünge und die Fähigkeit, vergeben zu können.

„Die Hochzeit des Figaro“ von Mozart feierte am Theater in Mönchengladbach bereits 2011 Premiere.
„Die Hochzeit des Figaro“ von Mozart feierte am Theater in Mönchengladbach bereits 2011 Premiere.

„Die Hochzeit des Figaro“ von Mozart feierte am Theater in Mönchengladbach bereits 2011 Premiere.

Matthias Stutte

„Die Hochzeit des Figaro“ von Mozart feierte am Theater in Mönchengladbach bereits 2011 Premiere.

Krefeld. Eine der beliebtesten Opern ist bald auf der Bühne des Krefelder Theaters zu sehen. Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“ feiert am 2. Februar Premiere. Als Komödie mit Musik haben Mozart und sein Librettist Lorenzo da Ponte ihr Meisterwerk bezeichnet und damit bereits den entscheidenden Hinweis gegeben.

Denn während die Vorlage, ein Theaterstück des französischen Dichters Beaumarchais, sehr politisch ist, geht es in der Oper um etwas anderes. „Es geht um die persönlichen Beziehungen der Figuren und nicht um Revolution“, so Regisseur Kobie van Rensburg.

Die Musik unterstützt den Text in genialer Weise

Dreh- und Angelpunkt ist für ihn die Figur des Grafen Almaviva, der seine Lebenskrise mit erotischen Abenteuern kompensiert. An Figaros Braut Susanna scheitert er jedoch und verfängt sich dabei in einem Netz von Intrigen, das Figaro für ihn inszeniert. „Wer wirklich liebt, muss auch vergeben können“, führt der Regisseur weiter aus.

Erst am Schluss hat der Graf sich verändert und seine Bitte an die Gräfin, ihm zu verzeihen, ist ernst gemeint. Dass diese Stelle zu den musikalisch schönsten der Oper zählt, zeigt, wie eng Text und Musik verwoben sind. „Die Musik unterstützt den Text in genialer Weise“, sagt Kapellmeister Alexander Steinitz.

„In der Oper sollten Musik und Handlung immer eine Einheit bilden, und gerade Figaro ist eine Paradebeispiel dafür“, ergänzt van Rensburg. Die Handlungsdichte mit ihren ständigen Überraschungen möchte er in seiner Regie auch optisch verdeutlichen.

Für die Premiere am 2. Februar (19.30 Uhr) gibt es noch Restkarten.

Am 27. Januar (17 Uhr) gibt es eine einführende Soiree im Glasfoyer.

Durch den Einsatz von Videotechnik werden die gesungenen Texte sichtbar. Die Fantasie der Zuschauer soll dadurch angeregt werden, zugleich sollen sie tiefer in das Innenleben der Protagonisten hineingezogen werden. Die Regie möchte damit auch eine Brücke vom 18. Jahrhundert in die Gegenwart schlagen. Die Ausstattung ist jedoch in den 1920er angesiedelt, also in einer Zeit, wo gesellschaftliche Konventionen noch eine größere Rolle spielten als heute.

„Wir haben das komplette Figaro-Ensemble im Haus und benötigen keine Gäste“, sagt Dramaturgin Ulrike Aistleitner nicht ohne Stolz zur Besetzung. Einige der jungen Sänger werden sich jetzt erstmals hier in einer großen Rolle vorstellen. Der Regisseur wünscht sich, dass sich das Publikum vom Tempo mitreißen lässt: „Wie auf der Bühne soll jeder einen tollen Tag erleben.“

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