18 Jahre lang hat Chris Worms das Parkaufseherhaus saniert. Dafür bekam er den Denkmalpreis.

In 18 Jahren Arbeit hat Künstler Chris Worms, hier mit seiner Lebensgefährtin Birgit Schlechter, das alte Haus des Parkaufsehers am Stadtwald in ein Schmuckstück verwandelt. Weitere Fotos unter www.wz-krefeld.de.
In 18 Jahren Arbeit hat Künstler Chris Worms, hier mit seiner Lebensgefährtin Birgit Schlechter, das alte Haus des Parkaufsehers am Stadtwald in ein Schmuckstück verwandelt. Weitere Fotos unter www.wz-krefeld.de.

In 18 Jahren Arbeit hat Künstler Chris Worms, hier mit seiner Lebensgefährtin Birgit Schlechter, das alte Haus des Parkaufsehers am Stadtwald in ein Schmuckstück verwandelt. Weitere Fotos unter www.wz-krefeld.de.

Dirk Jochmann

In 18 Jahren Arbeit hat Künstler Chris Worms, hier mit seiner Lebensgefährtin Birgit Schlechter, das alte Haus des Parkaufsehers am Stadtwald in ein Schmuckstück verwandelt. Weitere Fotos unter www.wz-krefeld.de.

Krefeld. Als Chris Worms 1994 den Keller des Hauses Hüttenallee 26 betrat, stand er knietief im Wasser. Aus der oberen Etage konnte er durch die Löcher im Dach den Himmel sehen. 18 Jahre und acht Bandscheibenvorfälle später hat der Künstler und Restaurator die Ruine des ehemaligen Parkaufseherhauses am Stadtwald in ein Schmuckstück verwandelt, das in Krefeld seinesgleichen sucht. Die Stadt belohnte dies gestern mit dem Denkmalpreis 2012.

Schon im Garten fühlt es sich an, als sei Bali für einen regnerischen Herbsttag nach Krefeld verlegt worden. Sand, Palmen und Bambus wärmen die Gedanken, drinnen im Wohnzimmer tauen am riesigen Ofen auch die Zehen auf. Die Holztür daneben wiegt 400 Kilo, Worms hat sie aus dem Deck eines 300 Jahre alten Schiffes gezimmert. Der kunstvoll verzierte Rahmen stammt aus dem pakistanischen Swat-Tal, die steinernen Füße aus dem Kaiser-Wilhelm-Museum.

Das Rheinische erdet das Extravagante

Das Erstaunliche an diesem bewohnten Weltmuseum, in dem jedes Möbelstück eine Geschichte erzählen könnte, ist, wie gut alles zusammenpasst. Asien und Niederrhein, Ethno- und Jugendstil bilden eine Mischung, die nie überladen wirkt. Das Rheinische erdet das Extravagante.

Dieses 110 Jahre alte Haus erst wieder bewohnbar zu machen und dann preiswürdig zu gestalten, sei eine „Lebensleistung“, sagt Hans Joachim Albrecht, Vorsitzender der Jury des Denkmalpreises. Worms gibt zu, dass die „Verkettung der Katastrophen im Ausmaß an ,Winnetou I-III’ erinnert“. Vandalismus, Diebstahl und Krankheit warfen ihn zurück, Behörden drohten ihm und „legten Steine in den Weg“. Nur dank Freunden, Nachbarn und seiner Lebensgefährtin entging Worms der Verzweiflung. Und fand zur tröstenden Erkenntnis: „Auch aus solchen Steinen lassen sich schöne Dinge bauen.“

Oberbürgermeister Gregor Kathstede verlieh den Denkmalpreis für das „Gesamtkunstwerk“ an der Hüttenallee 26.

Als Geschenk bekam Chris Worms – per Kran in den Garten gehievt – einen versteinerten Baum.

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