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Krefeld. Als die zwei Polizisten am 11. August des vergangenen Jahres eine Wohnung in Krefeld betreten haben, bot sich ihnen ein erschütterndes Bild. „Die Wohnung war eine absolute Katastrophe“, sagt eine der Beamten am Mittwoch vor Gericht aus. Vier Katzen und zwei Hunde schienen dort in ihrem eigenen Dreck zwischen Kot und Müll zu leben, ohne Futter und Wasser. Die Wohnungsinhaberin war mit ihrer Tochter seit fünf Tagen in Frankreich. Darum musste sich die 66-Jährige am Mittwoch vor dem Amtsgericht wegen Tierquälerei verantworten.

Sie will ihre Enkelin beauftragt haben, die Tiere während ihrer Abwesenheit zu versorgen. Sie hätte Futterdosen und Anweisungen in ihrer Wohnung gelassen. Die Polizei hat diese Dosen auch gefunden. Die 26-jährige Enkelin sagt wegen ihres Aussageverweigerungsrechts aber nichts. Die weiteren Zeugen, bis auf den Hausverwalter allesamt verwandt mit der Angeklagten, sagen unterschiedlich aus.

Schon länger scheint es Familienstreitigkeiten zu geben. Der Familienteil, der zur Angeklagten hält, sagt, dass es den Tieren vorher gut ginge. Der andere Teil sagt, dass sich die Enkelin um die Tiere gekümmert hätte und die Wohnung schon vorher in einem beklagenswerten Zustand gewesen sei. Selbst vor dem Gerichtssaal wurde das noch lautstark ausdiskutiert, bis die Richterin einen Teil der Streithähne in den Saal holte und die Familie so trennte.

Für die Angeklagte ging das Verfahren glimpflich aus. Es wurde eingestellt gegen die Auflage, dass sie sich die Tiere nicht mehr aus dem Tierheim zurück holt. Dafür hat auch eine Tierärztin gesorgt, die als letzte Zeugin aussagt. Sie hatte die vier Stubentiger untersucht und zumindest bei den drei Katern außer einer Verflohung und Bindehautentzündung nichts festgestellt. Sie seien zwar sehr schlank gewesen aber nicht unterernährt. Bloß die Katze sei vollkommen ausgetrocknet gewesen und wäre ohne das Eingreifen der Polizei in wenigen Tagen gestorben.

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