Von Jennifer Naumann
Mit dem Segway kann die Samt- und Seidenhistorie der Stadt erkundet werden. Die regelmäßige Tour führt aber auch in die Naturschutzgebiete. Unsere Redaktion wagte den Test.
WZ-Mitarbeiterin Jennifer Naumann ging auf dem Segway auf die Samt- und Seitentour.
Krefeld. Zwei Räder, Lenkstange und Klingel, Stehplattform statt Sitz, weder Blinker noch mechanische Bremsen: das ist der Stehroller namens Segway. Die nächsten zwei Stunden werde ich auf diesem markanten Fortbewegungsmittel an der Samt- und Seiden-Tour durch Krefeld teilnehmen und mich auf die Spuren der Textilbarone begeben.
Mit gemischten Gefühlen und ein bisschen skeptisch stelle ich mich, mit Helm ausgestattet, auf die Plattform. Ich habe gedacht, dass der Roller stark wackelt oder umfällt, wenn ich mit meinem Körper die Balance nicht halten kann.
Mein Tourführer Sebastian Schraven belehrt mich eines Besseren: „Der Segway ist ein alltagstaugliches Fahrzeug für Jedermann. Der Stehroller hat eine elektronisch geregelte Lenkung und arbeitet nach dem Prinzip der Stabilisierbarkeit. Die Fortbewegung dieser Segways wird nur durch die Gewichtsverlagerung des Körpers gesteuert.“
„Der Segway ist ein alltagstaugliches Fahrzeug für Jedermann.“
Sebastian Schraven, Tourführer
Nach ein paar Proberunden macht das Herumdüsen richtig Spaß. Ich stehe angespannt entspannt auf der Plattform. Ein Gefühl wie Fließband fahren. Man fährt automatisch in die Richtung, in die man sich lehnt. Je mehr ich mich nach vorne beuge, desto schneller wird der Segway. Dies geschieht durch Neigungssensoren, die meine Haltung permanent registrieren.
Die Roller sind ein Blickfang und erwecken sofort die Neugierde der Umstehenden. Viele Passanten wundern sich, wie schnell die Elektroroller sind. Der Tacho zeigt immerhin bis zu 20 Stundenkilometer an.
Die Samt- und Seiden-Tour ist auf sechs Personen abgestimmt und dauert rund zwei Stunden. Größere Gruppen sind ebenfalls buchbar. Die Teilnehmer müssen im Besitz eines Mofa- oder Pkw-Führerscheins sein und sollten zwischen 45 und 110 Kilogramm auf die Waage bringen. Alle Ausrüstungsgegenstände werden vom Veranstalter gestellt.
Pro Person 65 Euro inklusive Pizza/Pasta und Dessert im Vapiano. Specials Als innovative Geschenkidee kombinierbar mit Hotelbuchung und/oder Gastronomiebesuch. Kontakt: Telefon (02151) 78 19 083
Segwayfahrer werden im Straßenverkehr wie Fahrradfahrer behandelt, müssen sich also auch so verhalten. Um Unfälle zu vermeiden, sollten beide Räder ständig in Bodenkontakt bleiben und Hindernisse und Schlaglöcher möglichst umfahren werden.
Im Abstand von jeweils vier Metern fahren wir hintereinander los. Unsere Fahrt geht vom Vapiano im Behnisch-Haus über die Königsstraße zur Mennonitenkirche, am Rathaus und Nordbahnhof vorbei zum Hülser Bruch und zu den Niepkuhlen.
Mit der Zeit gewinnen die Fahrneulinge Sicherheit
Zu den jeweiligen Gebäuden und Haltepunkten geben die Tourguides zahlreiche Informationen und vermitteln Wissenswertes über Krefelds Textilgeschichte. Auf der Strecke bekomme ich immer mehr Sicherheit und durch den Fahrtwind auch kalte Hände. Die verschiedenen Fahrbahnuntergründe lassen sich gut unterscheiden und die geländegängigen Roller machen die abwechslungsreiche Fahrt zu einem ganz besonderen Erlebnis.
Per Honold vom Segway Point sagt: „In Krefeld vereinen sich Kultur und Natur. Da die Segways emissionsfrei sind, dürfen wir auch durch Naturschutzgebiete fahren. Die Roller sind in Verbrauch und Lautstärke sehr umweltfreundlich.“
Gattin Andrea ergänzt: „Die Tourgäste begeben sich mit uns auf eine Zeitreise. Krefelds textile Vergangenheit erkunden wir mit einem Fortbewegungsmittel der Zukunft.“
Fazit: Eine abwechslungsreiche Sightseeing-Tour der besonderen Art
Weitere Programmpunkte sind das Stadtwald und die Rennbahn, die Häuser Lange und Esters, die Fabrik Heeder und das Denkmal „Meister Ponzelar“. Der extravagante Fahrspaß ist jedoch nach zwei Stunden leider schon vorbei und endet beim Vapiano, wo wir die Tour bei Pasta, Pizza und einem Dessert ausklingen lassen. Mein Fazit: sehr empfehlenswert, eine abwechslungsreiche Sightseeing-Tour der etwas anderen Art, verbunden mit Fahrspaß pur.





