Seit 47 Jahren begrüßt Krefeld Gäste aus dem US-Bundesstaat Indiana. Chapin Nutter hat sechs Wochen lang bei Familie Renk gelebt.

Jochmann, Dirk (dj)

Krefeld. Sauerkraut findet er gar nicht so schlecht. Und europäischen Fußball spielt er schon lange in seiner Heimat: Chapin Nutter ist ein Amerikaner mit Deutschland-Qualitäten. Der 17-jährige Schüler aus Madison, Indiana, hat über sechs Wochen bei seiner Krefelder Gastfamilie gelebt.

Seit 47 Jahren gibt es den Kontakt zwischen dem US-Bundesstaat Indiana und Krefeld. Die University of Indiana organisiert jedes Jahr ein Fremdsprachen-Programm für Schüler ihres Bundesstaates.

Dieses Jahr haben 14 Schüler an dem Programm teilgenommen. Und Chapin hat es zur Familie Renk verschlagen. Seine Gastmutter, Ulrike Renk, ist sehr zufrieden mit der Zuteilung. „Wir hatten sehr viel Glück mit Chapin“, sagt die vierfache Mutter rückblickend.

Auch Chapin fühlte sich sehr wohl. Und obwohl er erst seit eineinhalb Jahren Deutschunterricht hat, spricht er schon sehr gut. Natürlich mit starkem amerikanischem Akzent. „Krefeld ist super, aber Berlin war das Eindrucksvollste, was ich auf der Reise erlebt habe“, schwärmt er.

Tatsächlich haben die Schüler aus Indiana mit ihren Familien Ausflüge nach Berlin, Hamburg, Köln, Aachen, Bonn, Düsseldorf und Amsterdam unternommen. Sein Fazit: „Ich liebe Deutschland. Ach, und Amsterdam ist auch schön“, fügt er augenzwinkernd hinzu.

Die Schüler werden an der Volkshochschule unterrichtet

Er und die anderen Schüler aus Indiana hatten in den sechs Wochen Unterricht an der Volkshochschule (VHS). Die Koordination in Krefeld übernimmt Barbara Rogge. Die ehemalige Lehrerin sucht Gastfamilien aus, teilt sie den Schülern zu, mietet VHS-Räume und organisiert die Ausflüge.

„Ich versuche, die Austauschschüler möglichst passend zu verteilen. So können Bündnisse entstehen, die die sechs Wochen überdauern“, beschreibt Barbara Rogge ihre Arbeit.

Heute fliegen die Amerikaner wieder zurück nach Hause. „Es war eine tolle Zeit“, sagt Chapin. Ihm und seiner Gastfamilie merkt man an, dass sie einen guten Draht zueinander haben. Am Montag hat es für die Schüler und ihre Gastfamilien in der Museumsscheune Burg Linn eine Abschiedsfeier gegeben.

Die Gastschüler führten unter anderem ein Theaterstück auf Deutsch auf. Anwesend war auch Familie Viesels. Vor sechs Jahren hatten sie auch einen Gast aus Indiana. Ihre Tochter Stefanie und Gasttochter Stefanie verbindet bis heute eine enge Freundschaft.

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