Hape Kerkeling spricht nach der Verleihung zum Krawattenmann über den Preis, seinen ersten Schlips und seine nächsten Pläne.

Hape Kerkeling Krawattenmann
Großbild

Hape Kerkeling hält seine Auszeichnung, die Edelstahlkrawatte, in Händen. Foto: Max Kohr

Krefeld/Berlin. So viel wie in diesem Jahr ist Hape Kerkeling nach eigenen Worten noch nie unterwegs gewesen. Der bekannte Comedian, Moderator, Entertainer, Schauspieler und Autor ist deshalb froh, dass dieses berufliche, auch sehr erfolgreiche Jahr für ihn mit einer fast schon intimen Verleihung des Krawattenmannes im kleinsten Kreis zu Ende geht. Diesen Preis haben ihm die Krefelder Krawattiers, das Deutsche Mode-Institut gemeinsam mit der Stadt Krefeld vor kurzem im Schlosssaal des Hotels Kempinski in Berlin überreicht. Ruhig, symphatisch und ohne jegliche Allüren beantwortet er im Anschluss einige Fragen.

Sie sammeln Preise wie andere Männer Krawatten oder Briefmarken. Was bedeutet Ihnen diese Auszeichnung?

Hape Kerkeling: Ich freue mich darüber ganz besonders, vor allem wenn ich sehe, welche Vorgänger ich „im Amt“ habe. Dennoch ist die Auszeichnung für mich sehr erstaunlich, weil ich nie versucht habe, modisch zu sein. Zu meiner allerersten Sendung mit Moderation habe ich Krawatte getragen. Jürgen Drews kam vor der Sendung zu mir und sagte deshalb: Hape, jetzt bist zu kein Komiker mehr, sondern ein Herr.“ Danach war mir rasch klar, eben nicht modisch sein zu wollen.

Die Krefelder hätten Sie gerne in Krefeld zur Verleihung begrüßt. Wieso ist es nicht dazu gekommen?

Kerkeling: Aus Zeitgründen. Dieses viele Hin- und Herreisen, und dazu das letzte Jahr, in dem ich so viel unterwegs war, wie bisher in keinem Jahr zuvor – allein für die Terra X-Doku-Serie „Unterwegs in der Weltgeschichte mit Hape Kerkeling“. Deshalb bin ich froh um jede Reise, die ich derzeit nicht antreten muss.

Hape Kerkeling reiht sich mit der Auszeichnung zum Krawattenmann in eine Reihe prominenter Vorgänger ein. Seit mehr als 45 Jahren verleiht das Deutsche Mode-Institut, seit einigen Jahren gemeinsam mit der Stadt Krefeld, jedes Jahr diesen Titel.

„Mit dieser Auszeichnung möchten wir Ihre persönliche Erscheinung, Ihr authentisches Auftreten und damit natürlich auch Ihren individuellen Bekleidungsstil würdigen.“

Das Allroundtalent schlüpft immer wieder in die unterschiedlichsten Rollen. Mit dem Buch „Ich bin dann mal weg“ über seine Pilger-Reise auf dem Jakobsweg landete er als Autor einen Bestseller. Viel Applaus erntet er derzeit für die Doku-Serie „Unterwegs in der Weltgeschichte“ und das Musical „Hape Kerkelings – Kein Pardon“.

Wegen Berlin als Ort der Verleihung ist kein Vertreter der Stadt Krefeld anwesend. Was würde Horst Schlämmer dazu sagen; und was sagen Sie persönlich dazu?

Kerkeling: Horst Schlämmer wäre wahrscheinlich schon vorher viel zu betrunken gewesen, um sich für den Preis zu bedanken. Ich selber bin relativ entspannt. Mir war nicht bewusst, dass der Ort für Krefeld eine solche Bedeutung hat. Deshalb habe ich auch nicht damit gerechnet, dass der Oberbürgermeister hier am Tisch sitzt.

Ihre Figur Horst Schlämmer ist eher ein schlunziger Typ, trägt aber immer Krawatte – wieso?

Kerkeling: Er ist ein schlunziger Typ, der gerade deshalb Krawatte trägt. Damit wird ihm selten der Eintritt irgendwo verwehrt.

Zu welchen Anlässen haben Sie ihre erste Krawatte getragen? Und zu welchen tragen Sie sie heute?

Kerkeling: Meine erste Krawatte war uni farbend in Stahlblau zu einem blauen Pulli. Die habe ich bei meiner ersten Sendung für Känguru (1984) getragen. Bis heute gehört die Krawatte für mich zum gepflegten Auftritt und bei vielen Anlässen einfach dazu. Ich trage eine, wenn ich ins Theater, zur Oper oder zu Verleihungen gehe. Ich habe ganz viele davon, die meisten in meinen Lieblingsfarben Blau, Grün und Rot. Erst seit den vergangenen zwei Jahren greife ich vermehrt anstelle von Krawatten zu Schals. Doch ohne Wertung.

Haben Sie auf Ihrer Pilgerreise eine Krawatte dabei gehabt?

Kerkeling: Nein, ich war ja länger unterwegs. Da habe ich eher Schals getragen.

Was ist für Sie eine Krawatte: Ein Statussymbol des Erfolgreichen oder die kreative Möglichkeit, ihre eigene Persönlichkeit heraus zu stellen?

Kerkeling: Die Krawatte ist kein Statussymbol mehr. Sie garantiert jedem Mann bei halb modischem Wissen und vielen Gelegenheiten, dass er gut angezogen ist. Mit dem Griff zu diesem Accessoire haben es Männer leichter als die Damen, passend angezogen zu sein.

Sie besitzen die Gabe, sich mit unterschiedlichen Projekten die Welt zu eröffnen und andere Menschen auf humorvolle und interessante Weise daran teilhaben zu lassen. Was haben Sie sich als Nächstes vorgenommen?

Kerkeling: Ich gönne mir zunächst eine schöpferische Pause bis Februar. Anfang des Monats moderiere ich dann die 47. Goldene Kamera. Ob und wie lang danach die Pause noch andauert, weiß ich jetzt allerdings noch nicht.

Leserkommentare (3)