Die Krefelder Sektion des Deutschen Alpenvereins betreibt eine Berghütte in Kaprun. Sie liegt mitten in einem reizvollen Skigebiet.

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Großbild Dirk Jochmann, Bild 1 von 2

Heinz Braun mit einem Modell der Hütte, wie sie in ihrer Anfangszeit ausgesehen hat.

Krefeld. Wer am Niederrhein nach Bergen Ausschau halten will, braucht ein sehr gutes Fernglas. Und wer Ski fahren oder auf Gipfel in luftigen Höhen klettern möchte, muss verreisen. Vor allem für Wintersportler, aber auch für Wanderer stehen die Alpen ganz oben auf der Liste.

Und mit ihnen Österreich: Die Nachbarrepublik belegt nach Deutschland, Spanien und Italien den vierten Platz der beliebtesten Reiseziele der Deutschen. Gerade um die Weihnachtszeit wecken die schneebedeckten Berge und die urigen Hütten Fernweh.

Für Krefelder gibt es sogar ein bisschen Heimat in der Ferne: Die hiesige Sektion des Deutschen Alpenvereins besitzt eine Berghütte in Kaprun. „Sie ist schon über 100 Jahre alt“, erzählt Heinz Braun, der seit 1997 Hüttenwart ist.

Diese ehrenamtliche Arbeit erledigt er von Krefeld aus. „Aber ich fahre natürlich häufig hin.“ Im Sommer ist Braun einmal auf „seiner“ Hütte, im Winter zweimal – und wenn er gebraucht wird, auch öfter. „In den vergangenen Jahren haben wir sehr viel renoviert und gebaut“, sagt Braun. Da gab es immer viel mit dem Bauplaner vor Ort zu besprechen. „Von der Planung über die Ausschreibung bis zur Abnahme – das haben wir immer gemeinsam gemacht.“

Getan hat sich viel: Aus den typischen Lagerunterkünften sind fast ausschließlich Zwei- und Vierbettzimmer geworden. „Aber ein Lager bleibt erhalten“, sagt Braun. „Das ist wichtig für Gruppen und die gemeinsame Hüttengaudi.“ Insgesamt gibt es jetzt Platz für 54 Personen.

Die Zutaten für die typischen Gerichte bringt ein Hubschrauber

Die Krefelder Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV) hat 1600 Mitglieder.
 

Krefelder Hütte, Kitzsteinhorn 30, 5710 Kaprun, Österreich. Telefonisch ist Familie Strolz unter Ruf 0043/6547 7720 erreichbar.
 

DAV-Mitglieder zahlen pro Nacht 14 Euro für ein Bett im Zimmer, 9 Euro für ein Bett im Lager. Nichtmitglieder zahlen 20 bzw. 13 Euro.
 

Im Winter werden ausschließlich Buchungen mit Halbpension angenommen. Morgens gibt es ein Frühstücksbuffet, abends ein Drei-Gänge-Menü. Kosten pro Tag und pro Person: 25 Euro zuzüglich Übernachtungspreis.
 

Gepachtet hat die Hütte die österreichische Familie Strolz. Die hält die Unterkunft fast ganzjährig geöffnet: Die Wintersaison dauert bis zum 1. Mai, garantiert mit Schnee. „Es ist einfach herrlich“, erzählt Heinz Braun. „Die Gäste können vom Bett direkt aufs Brett.“ Soll heißen: Man muss nur vor die Tür treten und kann sofort mit Ski oder Snowboard die Piste hinuntersausen.

Ein solcher Untersatz ist in den Wintermonaten auch bei der Anreise wichtig: Die Hütte am Kitzsteinhorn liegt auf 2300 Metern Höhe. Vom Tal aus müssen Neuankömmlinge mit der Gletscherbahn ins Alpincenter fahren, das wiederum auf 2500 Metern Höhe liegt – runter geht’s im Winter nur mit der richtigen Ausrüstung. „Gäste sollten daher auf keinen Fall einen Koffer bei sich haben“, sagt Braun. „Sie brauchen einen Rucksack.“

Das nehmen die Menschen für die Hütte aber gern in Kauf. Denn einmal angekommen, werden sie mit einem grandiosen Ausblick und einer familiären Atmosphäre belohnt. „Und unsere Terrasse ist die beste in der Gegend: Sie liegt auf der Sonnenseite“, erzählt Braun. Klar, dass die nicht nur von den Übernachtungsgästen genutzt wird. „In der Hauptsaison machen an manchen Tagen hunderte Menschen Rast auf der Krefelder Hütte.“

Die Zutaten für die typisch alpinen Gerichte kommen mit dem Hubschrauber. „Und die frischen Sachen mit der Gletscherbahn“, sagt Braun. Die müssen mit einem motorisierten Schlitten („Schidoo“) im Alpincenter abgeholt werden.

Ist der Schnee im Sommer dann geschmolzen, zeigt sich die Gegend von einer ganz anderen Seite. „Man kann dort wunderbar wandern und es sich gut gehen lassen“, sagt Braun. Im Juli und August hat die Krefelder Hütte für Gäste geöffnet. Wer allerdings Lust hat, noch in diesem Winter ein bisschen Bergluft zu schnuppern, hat gute Chancen. Nach den Feiertagen hat die Hütte noch Betten frei.

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