Mithilfe einer Standortanalyse wollen IHK und Werbering ein neues Profil für den Stadtteil entwerfen.

Hüls
Großbild Dirk Jochmann

Die Geschäfte an der Krefelder Straße sind das Zentrum für Einkäufe im Stadtteil Hüls.

Krefeld-Hüls. Hüls hat ein eigenes Gesicht. Rund 80 Prozent der Befragten bewerten mit sehr gut und gut, dass sich der Stadtteil für sie durch Sport und Tradition auszeichnet. Etwa 70 Prozent geben mit diesen Noten an, dass es direkt danach Erholung und Geselligkeit sind, die ihn ausmachen. Passanten, Geschäftsleute und Besucher aus dem Umland wurden schriftlich interviewt.

„Das Eigene an Hüls“ ist ein Punkt von vielen im Fragenkatalog des Pilotprojekts von Einzelhandelsverband, IHK und Hülser Werbering, der jetzt ausgewertet wurde und am Mittwoch der Öffentlichkeit vorgestellt wird. Die Standortanalyse mit den daraus resultierenden Vorschlägen zum Standortmarketing soll künftig auch anderen Werbegemeinschaften zugutekommen.

Fragebögen bilden die Meinung von Anwohnern und Gästen ab

„Ziel der Untersuchung ist es, die Mitglieder der Werbegemeinschaft zu unterstützen. Wir wollten herausfinden, wie sich der Standort Hüls am besten positionieren kann und worin er sich vom Umland unterscheidet, um für die Kunden attraktiv zu sein“, sagt Markus Ottersbach, Geschäftsführer des Einzelhandels- und Dienstleistungsverbandes Krefeld-Kempen-Viersen. „Alle Städte machen etwas: Verkaufsoffene Sonntage und andere Aktionen. Wir wollen das Hüls-Spezifische herausfinden und über ein langfristig angelegtes Marketing aufbauen.“

Neben dem was Hüls ausmacht, wurden beispielsweise auch Fragen nach den Einkaufszeiten gestellt, die mit einem „in Ordnung“ bewertet wurden. Außerdem ging es unter anderem um Sauberkeit, Architektur, Fahrradabstellplätze, Verweilmöglichkeiten, Sicherheit (Kriminalität/Verkehr) sowie Veranstaltungen, Kinderbetreuung und fachliche Beratung. „Hier sind Sauberkeit, Sicherheit vor Kriminalität und freundliches Personal Spitzenreiter.“

Als „spannend“ bezeichnet Ottersbach ein Sonderthema des Projekts. „Erreichbarkeit der Geschäfte lautet die sensible Aufgabe: Ist es sinnvoll, die Fußgängerzonen zu ,Mischgebieten‘ zu machen, in denen die Fußgänger flanieren und die Autos mit zehn Stundenkilometern fahren dürfen?“ Die Antworten seien ganz gemischt gewesen, so der Geschäftsführer.

8000 Fragebogen wurden im vergangenen Mai an Geschäftsleute und Bürger in Hüls und an Besucher aus dem Umland wie Kempen und St. Hubert verteilt. Die Fragen des Pilotprojektes werden als nächstes in Willich zum Zuge kommen. 75 Prozent bleiben so, wie sie sind, 25 Prozent werden ortsspezifisch gestellt. Die Ergebnisse der Umfrage werden morgen, 19 Uhr, in der Volksbank der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Anmeldung hierzu erfolgte per E-Mail.

Parallel hat eine städtebauliche Untersuchung der IHK-Mitarbeiter an drei zentralen Punkten mit besonderen Handlungserfordernissen stattgefunden. Das Ergebnis: „Die Krefelder Straße muss in ihrer Einkaufs-Attraktivität erhöht werden, der Ortskern benötigt eine stärkere Belebung und der Bahnhofsbereich soll eine bessere Verbindung zu Krefelder Straße und Ortskern bekommen.

Im zweiten Schritt sollen aufgrund der Erkenntnisse Vorschläge für die praktische Arbeit vor Ort in Eigeninitiative entwickelt werden. „Bürger und Geschäftsleute sollen die Ergebnisse umsetzen und mit Leben füllen“, erklärt Ottersbach.

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