Die „Schnittschwestern“ setzen kein Skalpell ein, sondern hantieren ganz zahm mit Schere und Föhn.

Maja Otmani, Jasmin Kob und Marion Baumgardt (v. l.) in ihrem Friseursalon.
Maja Otmani, Jasmin Kob und Marion Baumgardt (v. l.) in ihrem Friseursalon.

Maja Otmani, Jasmin Kob und Marion Baumgardt (v. l.) in ihrem Friseursalon.

Dirk Jochmann

Maja Otmani, Jasmin Kob und Marion Baumgardt (v. l.) in ihrem Friseursalon.

Krefeld. Die Samt- und Seidenstadt ist um einen Friseur reicher. Genau genommen sind es gleich drei: Die „Schnittschwestern“ setzen kein Skalpell an, sondern hantieren ganz zahm mit Schere und Fön. Ihr neuer Salon auf der Dießemer Straße 166 nennt sich „Der etwas andere Friseur in Krefeld“.

Aufzufallen ist für die drei Frauen die leichteste Übung

Hervorheben muss er sich allein schon, weil es laut Auskunft der Kreishandwerkerschaft Niederrhein 273 Friseursalons in Krefeld gibt. Aufzufallen ist für die Schnittschwestern die leichteste Übung. Ob Silbergrau, Blond oder Brünett, ihre eigenen Kurzhaarschnitte sind die beste Werbung. Als zusätzlichen Hingucker schmücken die beiden Inhaberinnen Maja Otmani und Marion Baumgardt sowie Mitarbeiterin Jasmin Kob ihre Körper mit mehr oder weniger großflächigen Tattoos.

Den Salon haben die Friseurinnen selbst renoviert

Ihr 214 Quadratmeter großer Arbeitsplatz befindet sich im Hinterhof. „Diese Halle sah schon eine Autowerkstatt, eine Schweißerei, ein Lager und Aquarien“, sagt Maja Otmani. Zwei Monate dauerte die Umbauphase. „Bis auf Heizung, Sanitäranlagen und Elektrik haben wir alles selbst gemacht“, erzählt Marion Baumgardt.

Zum Waschen, Schneiden und Färben nehmen die Kunden auf quietschorangen und neontürkisen Friseursesseln Platz. Die Wartezeit verkürzen sie sich in der 50er-Jahre-Ecke auf zierlichen Cocktailsesseln. In Omas Küchenvitrine und auf dem Retro-Tablettwagen stapeln sich Zeitschriften.

Nur wenige Kunden tragen Elvis-Tolle oder Tuff

Das Faible für die Rockabilly-Zeit beschränkt sich aber auf die Deko und den Internetauftritt. „Wir haben einige Kunden, die tragen Elvis-Tolle oder Tuff“, sagt Maja Otmani. Auch Bekannte von der Tattoo Convention vertrauen ihr Äußeres den Schnittschwestern an. Aber die lassen sich bewusst in keine Schublade stecken. „Wir machen alles, außer Dauerwelle“, sagen sie. Und nichts, wovon sie nicht überzeugt sind.

Die „Schnittschwestern“ veranstalten auch Events. Kunden stellen ihre Bilder, Fotos, Mode oder Schmuck aus.

Kennengelernt haben sich die Frauen vor etlichen Jahren über die Arbeit. Maja und Marion waren bereits selbstständig. „Wir wollten aber etwas zusammen machen“, sagen sie.

Ihr treuer Kundenstamm folgt der geballten Frauenpower. Viele finden nicht nur aus Krefeld den Weg in den stylischen Hinterhof-Salon. Die Schnittschwestern sagen: „Sie reisen auch aus Düsseldorf, Köln und Ibiza an.“

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