Anwohner wehren sich gegen die Pläne der Stadt, die Bezirksverwaltungsstelle zu schließen.

Die Linner wollen nicht, dass ihre Bezirksverwaltungsstelle geschlossen wird.
Die Linner wollen nicht, dass ihre Bezirksverwaltungsstelle geschlossen wird.

Die Linner wollen nicht, dass ihre Bezirksverwaltungsstelle geschlossen wird.

Andreas Bischof

Die Linner wollen nicht, dass ihre Bezirksverwaltungsstelle geschlossen wird.

Krefeld. Im Zuge der Haushaltskonsolidierung will die Stadt auch die Bezirksverwaltungsstelle in Linn schließen. Am WZ-Mobil erzählten Anwohner, warum sie von dieser Idee überhaupt nichts halten.

Angelika Wernike sorgt sich vor allem um die Senioren im Stadtteil, die nicht mehr gut zu Fuß sind. „Was sollen die dann machen?“, fragt sie. „Hier ist doch sowieso kaum noch was los. Auch das Einkaufen ist schwierig.“ Eva Staudacher hilft ehrenamtlich im Seniorenclub. Sie glaubt ebenfalls, dass eine Schließung die älteren Bürger besonders trifft. „Ich weiß, wie sehr Ältere eine nahe Stelle brauchen“, sagt sie. „Ich sehe ein, dass die Stadt sparen muss, aber irgendwie muss doch eine Lösung gefunden werden.“

„Traurig für die ältere Belegschaft“, findet das Vorhaben auch Hubert Buschmann. Die Vorstellung von einem Linn ohne Bürgerbüro erfüllt ihn auch ein wenig mit Wehmut: „Ich habe hier vor 20 Jahren geheiratet und zig Mal meinen Ausweis abgeholt“, sagt er.

„Die Bezirksverwaltungsstelle muss auf jeden Fall erhalten bleiben“, fordert Hubert Jeck. „Ich wundere mich immer wieder, wie viele Leute hier Unterstützung suchen“, ist sein Eindruck. Dennoch ist er bereit, Abstriche zu machen. Wenn das Haus zwei Mal in der Woche öffne, reiche das aus. Ulrich Heuck verlangt ebenfalls, die Verwaltungsstelle in Linn zu erhalten. „Es ist für alle von großer Bedeutung, dass die Verwaltung ortsnah ist. Krefeld ist so weit weg, das ist nicht vertretbar.“ Eine Schließung hält er für kontraproduktiv.

Das findet auch Manfred Winkelmann: ,,Ich selbst bin an Parkinson erkrankt, weshalb es schwer für mich ist, in die Stadt zu kommen.“ Eine Verwaltungsstelle in seiner Nähe sei daher sehr wichtig für ihn. Als ,,Trauerspiel“ sieht auch Karl-Hermann Horster die Situation. Er beharrt darauf, dass die Verwaltung ,,eine Dienstleistung ist, die unbedingt vor Ort sein muss“.

Keld Matthiesen wäre auch mit einer Öffnung an zwei oder drei Tagen einverstanden, gegen eine komplette Schließung wehrt er sich aber. „Vor allem nachmittags sollte die Stelle aufhaben“, findet er. „Damit auch Berufstätige kommen können.“ Er bezweifelt, dass die Stadt weiß, wie viele Linner die Verwaltungsstelle nutzen. „Man erfasst ja gar nicht, dass manche Bürger auch einfach kommen, um sich zu informieren.“ Wichtig sei, die Bürgernähe zu erhalten. „Wir zahlen schon so viele Steuern, die Stadt kann nicht alles kaputtsparen.“

Heinz-Peter Beurskens fürchtet: „Durch die Schließung geht ein Stück Wohnqualität verloren.“ Arbeitstätige müssten demnächst einen Urlaubstag einplanen, um in die Innenstadt zur Verwaltung zu fahren. Er vermutet, dass die Stadt das Haus verkaufen will. Zum Grundstück gehöre auch ein großer Garten hinter dem Haus. „Damit kann die Stadt ein Wahnsinnsgeld machen“, sagt er wütend.

„Schlecht“ findet die Pläne der Stadt auch Eberhard Scholz. Ein No-Go ist die Schließung für ihn allerdings nicht: „Ich finde das nicht so wichtig. Einen neuen Perso brauche ich nur alle 20 Jahre“, lenkt er ein. Das sieht Daniel Sichardt ähnlich. „So oft bin ich nicht da“, sagt er. Trotzdem sei es praktisch für die Linner, vor Ort eine Anlaufstelle zu haben.

Praktisch findet das auch Daniel Nagel. Er ist direkter Nachbar der Verwaltungsstelle und konnte immer ,,schnell einen neuen Ausweis beantragen ohne den weiten Weg in die Stadt auf mich nehmen zu müssen“.

Thomas Weber bezweifelt, dass die Stadt Geld einsparen kann, wenn sie das Bürgerbüro dicht macht: „Das Personal braucht man ja trotzdem.“

Karl-Heinz Borghoff fürchtet, dass die Stadt auch die Polizeidienststelle im Stadtteil dicht macht, sollte die Verwaltungsstelle geschlossen werden. „Die Präsenz der Polizei ist in unserem Stadtteil unverzichtbar. Die Polizei zahlt Miete, es entstehen also keine Kosten, sondern Einnahmen“, sagt er.

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