Hartmut Hopp
Großbild Jochmann, Dirk (dj)

Hartmut Hopp, der ehemalige zweite Mann der Sektenkolonie Colonia Dignidad, lebt seit Herbst 2011 in Krefeld.

Krefeld/Santiago de Chile. In Chile sind am Dienstag zwei Führungsmitglieder der berüchtigten deutschen Sektensiedlung Colonia Dignidad wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit in der Pinochet-Diktatur zur Haftstrafen verurteilt worden. Im gleichen Verfahren war auch der ehemalige Arzt und zweite Mann der Sekte, Hartmut Hopp, angeklagt. Hopps Verfahren war vorläufig eingestellt worden, nachdem er sich im Mai 2011 nach Deutschland abgesetzt hatte. Seit Herbst 2011 wohnt Hopp in Krefeld. Zuvor war der 67-Jährige in Chile als Mittäter von Sexualverbrechen zu einer Haftstrafe von fünf Jahren und einem Tag verurteilt worden.

In dem am Dienstag beendeten Verfahren erging laut dem deutschen Lateinamerikaportal amerika21.de und der Nachrichtenagentur AFP gegen die Sekten-Führungsmitglieder Gerhard Mücke und Karl van den Berg jeweils eine Haftstrafe von fünf Jahren wegen "Komplizenschaft". In dem Verfahren, in dem auch drei ranghohe Beamte der Pinochet-Diktatur zu hohen Haftstrafen verurteilt wurden, ging es um das "Verschwinden" dreier oppositioneller politischer Aktivisten im Mai 1976. Laut amerika21.de ging der Richter Jorge Zepeda in seinem Urteil davon aus, dass das Verschwindenlassen der zwei Männer und einer schwangeren Frau von der deutschen Sektensiedlung aus organisiert wurde.

In seinem Urteilsspruch habe Richter Zepeda darauf hingewiesen, dass er ein Auslieferungsgesuch für Hartmut Hopp an die deutsche Justiz gerichtet habe, so das Webportal. Als deutscher Staatsbürger wird Hopp allerdings in der Regel nicht an ein anderes Land ausgeliefert. Auch die Staatsanwaltschaft Krefeld ermittelt in dem Fall. Gegen Hopp waren unter anderem von einer Menschenrechtsorganisation Anzeigen erstattet worden. Nach Medieninformationen soll die Staatsanwaltschaft den Ex-Sektenarzt Mitte Februar zur Vernehmung einbestellt haben. vobu

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