Politik ist sich einig, dass ein Ersatz her muss. Nicht die Brücke steht unter Denkmalschutz, sondern die Hebetechnik.

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Großbild Andreas Bischof

Die historische Drehbrücke kann nur einspurig befahren werden. Archiv

Krefeld. Rheinhafen-Geschäftsführer Rainer Schäfer prognostiziert im Planungsausschuss 20 000 Arbeitsplätze für 2025, die direkt oder indirekt mit dem Hafen in Verbindung stehen. Das Unternehmen könnte seinen jährlichen Güterumschlag von derzeit vier auf über sieben Millionen Tonnen steigern. Der Schiffsumschlag erhöhte sich im vergangenen Jahr um 5,8 Prozent. Von rund 800 000 Tonnen auf über eine Million Tonnen konnte die Hafenbahn ihre Transportleistung im vergangenen Jahr um 25 Prozent steigern.

Wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Weiterentwicklung, so Schäfer, sei jedoch eine Lösung der Verkehrsprobleme. Für die gewünschte Nordanbindung des Hafens drängt Schäfer erneut auf den Ausbau der Floßstraße im Bereich der B 288. An der Düsseldorfer Straße sollte ein Kreisverkehr gebaut werden.

Zur inneren Erschließung gehöre der schnelle Ausbau des zweiten Abschnitts des Hafenrings, mit dem weitere Grundstücke am Wendebecken vermarktet werden könnten. Die Verwaltung rechnet mit dem Ausbaubeginn des acht Millionen teuren Abschnitts in diesem Jahr. Zufrieden zeigt sich Schäfer über die jetzt begonnene Begradigung der Hentrichstraße. Nach wie vor aber harre das Nadelöhr historische Drehbrücke einer Lösung. Schäfer: „Hier besteht dringender Handlungsbedarf. In drei bis fünf Jahren ist die Brücke dem Verkehr nicht mehr gewachsen.“

CDU-Sprecher Wettingfeld hält „Wunder von Krefeld“ für möglich

CDU-Sprecher Jürgen Wettingfeld bilanziert eine weitgehende Übereinstimmung im Ausschuss zu diesem Thema: „Wir sind uns hier ja einig, dass der Hafen ein Pfund für die ganze Region ist.“ Dem müssten kurzfristige Taten folgen. Unter Denkmalschutz stehe ja nur die Technik, das Hebewerk der Brücke. Das könne auch an anderer Stelle stehen.

„Es hat den Anschein, als könnten wir den berühmten Gordischen Knoten durchschlagen.“ Das wäre dann als das „Wunder von Krefeld“ einzuordnen, so der CDU-Politiker. Dezernent Thomas Visser verweist darauf, dass es noch keine fertigen Pläne für eine neue Brücke gebe.

Hafen Mit einem Gesamtvolumen von über vier Millionen Tonnen ist der Krefelder Hafen der viertgrößte öffentliche Binnenhafen in Nordrhein-Westfalen. Seit 2007 firmieren die ehemaligen städtischen Hafen- und Bahnbetriebe Krefeld als Hafen Krefeld GmbH & Co. KG unter neuem Namen.

Containerterminal Das Terminal am Hafenkopf ging im Oktober 2008 wieder in Betrieb und bietet auf über 30 000 Quadratmetern Fläche Containerumschlag direkt am Rhein. Auf 150 000 Quadratmetern befindet sich am Wendebecken im südwestlichen Hafengebiet das Thyssen/Krupp Stahl-Service-Center. Seit 2010 findet hier die Flachstahl-Bearbeitung mit einem Volumen von bis zu 600 000 Tonnen jährlich statt.

„Die jetzige Trasse der Straße muss nicht unbedingt auch die neue Trasse sein.“ Es wäre durchaus möglich, dass eine neue Brücke neben dem Denkmal gebaut werde.

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