Von Carsten Wannhof
Das Konzert zum Jubiläum der Musikschule und zur Verleihung der Stadtrechte begeistert.
Das Symphonieorchester, das Symphonische Blasorchester und Solistin Tamara Peters geleiteten das Publikum musikalisch durch das Jubiläumskonzert „HildenJahre“.
Hilden. „Lassen Sie uns für heute Schluss machen – wir haben morgen dasselbe noch einmal vor!“ Mit diesen Worten verabschiedete sich ein sichtlich beeindruckter Musikschulleiter Karl Hentschel vom stehend applaudierenden Publikum in der ausverkauften Stadthalle. Die erste Aufführung von „HildenJahre – eine symphonisch rockende Hommage“ war ein voller Erfolg.
Drei Stunden zuvor: Die Bühne ist mit dem Symphonieorchester und dem Symphonischen Blasorchester voll belegt. Die Verleihung der Stadtrechte an Hilden vor 150 Jahren und die Gründung der Musikschule von 40 Jahren, beides soll heute musikalisch gefeiert werden. Dann der monumentale Auftakt: Zarathustra 2000 – das bekannte Stück von Richard Strauß für diesen Abend neu bearbeitet für zwei Orchester, E-Gitarre und Schlagzeug. Schon der erste Applaus imponiert.
Bilder und Filme lassen die Stadtgeschichte lebendig werden
Dann betritt Moderator Sven Lorig, bekannt aus dem ARD-Frühstücksfernsehen, die Bühne. Er wird im Laufe des Abends die Stadtgeschichte lebendig werden lassen, mit Hilfe zahlreicher Bilder und Filme aus dem Stadtarchiv. „Wir haben ein halbes Jahr hart gearbeitet, aber mit Wolfgang Antweiler macht es einfach Spaß“, lobte Lorig nach der Veranstaltung den Hildener Stadtarchivar. Auf den ersten Blick erschien das Material etwas spärlich, aber schließlich „hätten wir bis morgen früh senden können“, verfällt er in den Fernsehmacherjargon.
Gänsehaut stellt sich ein, als Tamara Peters „Light my fire“ von den Doors vorträgt. „Really astonishing“ (wirklich erstaunlich), kommentiert Michael Biggin, Bürgermeister von Hildens englischer Partnerstadt Warrington, ihre Stimmkraft. Biggin ist, ebenso wie sein Amtskollege Peter Hable aus der tschechischen Partnerstadt Nové Msto, nach Hilden gekommen, um zum Stadtjubiläum zu gratulieren. Von der Bühne der Stadthalle aus hatte Bürgermeister Horst Thiele eingeladen: „Hilden ist die Großstadt im Westentaschenformat. Es ist alles da, also nichts wie hin.“
Klassiker der Rockgeschichte für ein ganzes Orchester umzusetzen und dabei den Charakter des Stückes zu wahren, diese Aufgabe hat das Team der Arrangeure um Gunther Rose großartig gemeistert. Songs von Marvin Gaye, Queen, Madonna und vielen anderen erreichen immer größere Applauslängen. Rose: „Es ist einfach ein schönes Gefühl, jetzt hier zu sitzen und zuzuhören.“
Die Aufführung am Freitagabend – eigentlich sollte es die einzige sein – war in kürzester Zeit ausverkauft. Da rief Musikschulleiter Karl Hentschel bei Moderator Sven Lorig an: „Sag mal, hast Du auch am Samstag Zeit?“
Die Musikschule wurde 1971 von Franz Janich, damals Rektor der Adolf-Kolping-Schule, gegründet. Die Verwaltungsarbeit erledigte er jahrelang in seinem Wohnzimmer. Bevor sie schließlich ins Alte Helmholtz einzog, hatte die Musikschule viele Domizile: unter anderem die Villa im Stadtpark, heute ein Kindergarten, und ein Plattenbau hinter dem Rathaus, heute durch Seniorenwohnungen ersetzt.




