200 Jecken waren von der Kostümsitzung der Großen Hildener begeistert.

Karneval
Großbild Dirk Thomé

Das mit Höhepunkten gespickte Programm der Kostümsitzung der Großen Hildener Karnevalsgesellschaft riss das Publikum im Bürgertreff von den Sitzen.

Hilden. Jeck, bunt und weltoffen – so ist der Karneval bei der Großen Hildener Karnevalsgesellschaft (GHK). Bei ihrer Kostümsitzung hat sie wieder gezeigt, dass sie das Zeug zu einem aufgeklärten und toleranten Karneval hat.

Auch deshalb reichen die 200 Plätze im Bürgertreff nicht mehr aus, um allen Kartenwünschen nachzukommen. Um so mehr ist das Organisationstalent von Präsident Oliver Vennedey gefragt, der am Freitagabend erstmals durch das Programm führte.

Angefeuert vom Elferrat eröffnete das Tambourcorps Hilden-Süd das jecke Treiben. Bei „Kölle Alaaf“ und „Viva Colonia“ klatschte bereits der ganze Saal mit. Küsse flogen, als das Kinderprinzenpaar seine Aufwartung machte. „In euren Kostümen seit ihr toll anzuschauen“, rief Prinzessin Kira den bunt verkleideten Narren zu.

Das Prinzenpaar, Seine Tollität Prinz Hildanus Manfred III. und Ihre Lieblichkeit Prinzessin Hildania Kerstin I., wurde mit schwenkenden Handschuhen begrüßt.

Mit dem Chor der Ex-Prinzen ging die Party richtig los

Etwas holprig starteten die „Alpenpiraten“, doch schon bei dem Hit „Schatzi, schenk mir ein Foto!“ schwangen die Ersten ihr Tanzbein. Mit dem Auftritt des Chors der Ex-Prinzen ging die Party dann so richtig los.

Die Große Hildener Karnevalsgesellschaft (GHK) wurde im Jahr 1950 von Friedrich Grimm als erste Karnevalsgesellschaft der Nachkriegszeit in Hilden gegründet. Zwei Jahre später erhielt die Gesellschaft ihre Standarte mit dem Motto „Jeck bliev jeck“. Die Vereinsfarben Grün-Weiß entsprechen den Hildener Stadtfarben.

Im Jahr 2002 gab sich die Gesellschaft eine neue Satzung und wurde als „Große Hildener Karnevalsgesellschaft 1950“ in das Vereinsregister eingetragen. Mehr als 100 Aktive, Förderer und Ehrenmitglieder bilden heute eine aktive und betont familiäre Karnevalsgesellschaft.

In der Karnevalssession veranstaltet die GHK eine Mottositzung und zu Beginn der drei tollen Tage den Straßenkarneval auf der Mittelstraße. Seit 1989 veranstaltet die GHK auch ein viertägiges Oktoberfest nach Münchner Art.

Angeführt von Peter Zinnen tingelte der „Narrenexpress“ als Polonaise durch den Saal. Als sie auch noch „Hilden, die Insel meiner Träume“ anstimmten, sangen alle im Saal lauthals mit – ganz ohne Playback.

Eine Publikums-Rakete gab es für Bauchredner „Schnulli“ und seinen Hund „Heinz“, der heftig mit den Frauen flirtete. Dabei sparte er bei seinen schlüpfrigen Späßen auch die Würdenträger nicht aus: Neben Bürgermeister Horst Thiele war ihm auch der GHK-Präsident bereits bekannt: „Mit Horst und Oliver war ich in der Stripteasebar.“

Dann hieß es „Lasst die Mädels rein!“ Die 27 Mädchen der GHK-Tanzgarde sind seit mehr als zehn Jahren der ganze Stolz der Karnevalsgesellschaft. Mit ihrer ausgefeilten Choreographie und beeindruckender Artistik holten die Tänzerinnen die Gäste bis an die Bühnenrampe. Zur allgemeinen Freude überraschte Gardeleiter Armin Kuhn die Tollitäten auch noch mit einer neuen Mitmachnummer.

Daneben war die grelle Show der Düsseldorfer KG Regenbogen der vorläufige närrische Höhepunkt des Abends. Angetrieben von ihrem Dompteur Andreas Mauska tanzten die Jungs in engen Shirts und Hosen ihre neue „Zirkuswelt“, den „Schäker-Song“ und „Chaka Waka“. Als die Herren Gardetänzer dann auch noch ihre schönen Beine zeigten, johlten die Männer und jauchzten die Frauen.

Vor dieser aufgeheizten Stimmung kam mit „Herby und Hennes“ schließlich auch die rheinische Mundart nicht zu kurz. Und nachdem die Kölsch-Coverband „6 Richtije“ mit schwerem musikalischem Gerät den Saal noch einmal so richtig in Partylaune versetzt hatte, fand der Abend mit der weithin gerühmten „Schwarzlichtshow“ der GHK-Tanzgarde seinen krönenden Abschluss. Ein donnerndes dreifaches „Itter, Itter, Helau!“ auf die Große Hildener.

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