Von Michael Kremer
Der Kinderschutzbund bietet ein neues Präventionsprojekt für junge Eltern an.
Die Kinderkrankenschwester Petra Quellhorst (rechts) leitet das neue Präventionsprojekt „Schlafsack-Stunde“ des Kinderschutzbundes (hier Geschäftsführerin Christa Cholewinski und Dirk Schatte, Leiter der Sozialen Dienste).
Hilden. Was gehört ins Kinderbettchen? „Nichts“, sagt Kinderkrankenschwester Petra Quellhorst: Kein Fell als Unterlage, kein Nestchen rundherum und auch keine Kuscheltiere, die dem Neugeborenen auf das Gesicht fallen könnten. Kopfkissen sind ebenso überflüssig wie ein dickes Daunenkissen. Zum Zudecken sind Schlafsäcke besser geeignet – und die sind kostenlos zu haben.
Den Baby-Schlafsack für die ersten drei bis vier Monate schenkt das St. Josefs Krankenhaus den Eltern nach der Entbildung. Den Folgeschlafsack erhalten die jungen Eltern kostenlos beim Kinderschutzbund – im Rahmen des neuen Präventionsprojektes „Schlafsack-Stunde“. Das ist ein Beratungsangebot über den sicheren Babyschlaf.
Die Teilnehmer an dieser kostenlosen Gesprächsrunde bekommen einen neuen Schlafsack (Größe 74/80) geschenkt, der im Laden etwa 40 Euro kostet. Wer den Schlafsack haben möchte, muss allerdings einen Gutschein mitbringen, den das Jugendamt in seinem Begrüßungspaket für alle Hildener Babys verteilt.
Handwerker-Kooperation finanziert das Projekt
Bei jährlich etwa 420 Geburten in Hilden kommt durch die kostenlose Abgabe eine gehörige Summe zusammen, die der Kinderschutzbund nur über Spenden finanzieren konnte. Den Anschub leisteten dabei der Hildener Maler Armin Doege und 16 weitere Handwerksbetriebe der Kooperation „Alles wird schön“, die für das Projekt gesammelt haben. Das Geld reichte aus, um auch eine sogenannte Schüttelpuppe anzuschaffen. Damit kann demonstriert werden, welche fatalen Folgen es für das Baby haben kann, wenn es geschüttelt wird.
Die „Schlafsack-Stunde“ wird von Petra Quellhorst geleitet. Alle zwei Monate gibt es dort neben den Tipps zur richtigen Lagerung und zum richtigen Zudecken auch die Möglichkeit, sich über die weiteren Angebote des Kinderschutzbundes zu informieren. Das erste Treffen ist am Donnerstag, 23. Februar, ab 10.30 Uhr.
Am 20. Mai 1981 wurde der Ortsverband Hilden des Deutschen Kinderschutzbundes von 31 Hildenern ins Leben gerufen. Bis heute hat sich die Mitgliederzahl verdreifacht.
Das neueste Präventionsprojekt des Ortsverbandes ist die Schlafsack-Stunde. Diese Aufklärung über den sicheren Babyschlaf wird alle zwei Monate in Zusammenarbeit mit der Kinderkrankenschwester Petra Quellhorst angeboten. Das erste Treffen ist am Donnerstag, 23. Februar, ab 10.30 Uhr in den Räumen des Kinderschutzbundes, Schulstraße 44. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung nicht erforderlich.
„Der Grundgedanke zu diesem Projekt ist in unserem Offenen Kleiderschrank entstanden“, sagt Christa Cholewinski, Geschäftsführerin des Hildener Kinderschutzbundes. Dort hätten junge Eltern oftmals nach Kissen, Nestchen oder ähnlich überflüssigen Zubehör für das Babybett nachgefragt. Deshalb sei die Idee entstanden, jungen Eltern in diesem Bereich helfend zur Seite zu stehen.
Für Dirk Schatte, Leiter der Sozialen Dienste, ist dieses Angebot „eine wunderbare Ergänzung zu allen Maßnahmen, die es bisher in Hilden gibt“. Die beginnen bei der Betreuung während der Schwangerschaft und reichen bis ins Jugendalter des Nachwuchses. „Durch das enge Netzwerk in Hilden ist häufig Hilfe vorhanden“, sagt Schatte. Sie müsse nur angenommen und abgerufen werden. Wie das geht und was es gibt, auch das kann ein Thema der „Schlafsack-Stunde“ sein.




