Die Arbeit der Pädagogen im Fritz-von-Gehlen-Haus der Awo wandelt sich ständig.

Harald Hecht (links) übergibt die Leitung des Fritz-von-Gehlen-Hauses an den Pädagogen Werner Eike (rechts).
Harald Hecht (links) übergibt die Leitung des Fritz-von-Gehlen-Hauses an den Pädagogen Werner Eike (rechts).

Harald Hecht (links) übergibt die Leitung des Fritz-von-Gehlen-Hauses an den Pädagogen Werner Eike (rechts).

Dirk Thomé

Harald Hecht (links) übergibt die Leitung des Fritz-von-Gehlen-Hauses an den Pädagogen Werner Eike (rechts).

Hilden. Es ist ein unauffälliges Haus – und zwar mit Absicht. Ein Vorgarten, ein paar Balkone, nichts kennzeichnet das Fritz-von-Gehlen-Haus an der Zelterstraße als Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt (Awo). Seit 20 Jahren wohnen hier psychisch Kranke. „Wir sind ein Teil des Stadtteils“, sagt Jürgen Otto vom Awo-Bezirksverband in Essen.

Dabei hatte es fast schon mal 20 Jahre gedauert, die Idee eines Hauses für Behinderte umzusetzen. Ab 1972 habe sich der Mode-Unternehmer und SPD-Mann Fritz von Gehlen dafür eingesetzt, sagt der frühere Awo-Ortsvorsitzende Werner Friese: „Zuerst hatte er an eine Einrichtung für behinderte Kinder gedacht.“ Bürokratie und mangelndes Geld verzögerten den Plan.

Ambulante Angebote sind zeitgemäß

„Wir haben 24 Plätze im stationären Bereich“, sagt Werner Eike. Der 54-jährige Pädagoge übernimmt nach 20 Jahren die Leitung des Hauses von Harald Hecht. Viele Patienten kommen aus umliegenden psychiatrischen Kliniken.

Zum Haus gehören eine Außengruppe für betreutes Wohnen sowie einige Wohnungen in der Innenstadt. Angebote für Patienten, die nur zeitweise Unterstützung brauchen. Ein Angebot für Gespräche und Beratung gibt es im Treffpunkt Lindenstraße.

„Zeitgemäß ist der ambulante Bereich“, sagt Eike. So könne die Selbstbestimmung der Patienten gefördert werden. „Sie haben das Recht, sich ihren Wohnort frei auszusuchen. Das war nicht immer so.“

Der Düsseldorfer hatte in den 1980er Jahren geholfen, in Hamburg die psychiatrische Langzeitklinik Kloster Blankenburg aufzulösen. Später war er beim Bundesverband der Awo beschäftigt.

Eine Bundesfreiwillige hilft in der Einrichtung

Seit Monatsanfang hilft Britta Scholz im Fritz-von-Gehlen-Haus – die erste Bundesfreiwillige der Einrichtung. „Man kommt den Leuten näher und kann sehen, wie sie leben“, sagt die 20-Jährige, die sich die Stelle bei einer Info-Börse ausgesucht hat.

In Kürze werde sie zum ersten Mal beim Einkauf helfen: „Da werde ich allein mit Patienten untewegs sein.“ Die Kranken kaufen selbst ein, haben aber einen Helfer dabei, damit alles richtig läuft.

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