Seit 25 Jahren setzt sich der Verein „Gemeinsam Leben Lernen“ für Menschen mit Behinderung ein.

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Großbild Dirk Thomé

Mit Hilfe der Graf-Recke-Stiftung und der Stadt Hilden wurde an der Hochdahler Straße ein Wohnhaus für behinderte Menschen gebaut, die dort seit August 2009 ein weitgehend eigenständiges Leben führen können.

Hilden. „Wir sind auf alles stolz“, sagt Dagmar Hüppelshäuser, Vorsitzende des Vereins „Gemeinsam Leben Lernen“ (GLL), rückblickend auf 25 Jahre Vereinsgeschichte. Am 6. September 1986 haben engagierte Eltern den Verein gegründet. Ihr Ziel war es, dass Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung gemeinsam lernen, spielen und leben.

Die Bilanz nach einem Vierteljahrhundert kann sich sehen lassen: Integrative Kindertagesstätten, Integrationsklassen an Grundschulen und der Bettine-von-Arnim-Gesamtschule, eine Förderklasse am Berufskolleg Neanderthal in Mettmann, eine Freizeitgruppe und ein Wohnhaus sind auf Initiative der GLL und mit Unterstützung der Stadt entstanden. „Wir haben bei Behörden, Parteien und Institutionen stets ein offenes Ohr für unsere Belange gefunden“, sagt Hüppelshäuser.

Das vorurteilsfreie Miteinander im Kindergarten sollte sich fortsetzen

Die Vereinsgründer kannten sich durch ihre Kinder aus dem integrativen Kindergarten in Monheim. „Das vorurteilsfreie Miteinander, das die Kinder dort erlebt haben, sollte sich für sie in der Grundschule und im späteren Leben fortsetzen“, sagt Hüppelshäuser über die Motivation.

In Hilden startete 1988 an der Walter-Wiederhold-Grundschule die erste Klasse, in der behinderte und nicht behinderte Kinder gemeinsam unterrichtet wurden. Eine zweite Integrationsklasse folgte 1992. Die hat auch Eva Hüppelshäuser, Tochter der Vorsitzenden, besucht. „Für uns war das damals optimal. Die Walter-Wiederhold-Schule liegt in unserem Grundschulbezirk“, sagt die Mutter. Die Elbsee-Grundschule führte den gemeinsamen Unterricht im Jahr 1993 ein, die Grundschule Schulstraße folgte zwei Jahre später.

Schwieriger war es für den Verein eine weiterführende Schule zu finden, die den Gemeinsamen Unterricht (GU) anbietet. „Wir waren eiserne Kämpfer“, erinnert sich die Vorsitzende. Und der Verein hatte Erfolg: 1996 startete die Bettine-von-Arnim-Gesamtschule in Langenfeld den GU mit einer Klasse pro Jahrgang.

Mehr Rechte durch eine Konvention der Vereinten Nationen

Der Verein „Gemeinsam Leben Lernen“ (GLL) wurde am 6. September 1986 auf Initiative von fünf Elternpaaren gegründet und hat rund 60 Mitglieder. Zum 25-jährigen Bestehen gab es die Ausstellung und das Fotobuch „Grenzenlos gemeinsam“.

 

Dagmar Hüppelshäuser (53) ist Lehrerin an der Wilhelmine-Fliedner-Realschule und seit 20 Jahren Vorsitzende des Vereins. Für ihre langjährige Arbeit wurde sie im vergangenen Jahr mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.

 

Ein Vortrag zum Thema Inklusion findet am Freitag, 30. September, ab 19.30 Uhr in der Stadtbücherei Hilden, Nové-Msto-Platz 3, statt.

 

Das Thema Schule wird den Verein auch in Zukunft beschäftigen. Grund sind die neuen Konventionen der Vereinten Nationen, die jedem Menschen mit Behinderung ein Recht auf Inklusion (aus dem lateinischen inclusio, „Einschluss“) garantieren. Dafür wurde ein Arbeitskreis gegründet. „Das Konzept der Inklusion sieht vor, dass in Zukunft alle Grundschulen den gemeinsamen Unterricht anbieten, so dass Kinder mit Behinderung eine wohnortnahe Schule besuchen können“, sagt Hüppelshäuser.

Die Elbsee-Grundschule wird zum neuen Schuljahr Schwerpunktschule für Kinder mit Behinderung, die nicht von den Kompetenzzentren betreut werden. Das sind Kinder mit Defiziten in der motorischen und geistigen Entwicklung sowie Seh- und Hörbehinderte. Auch bei den weiterführenden Schulen soll sich noch etwas tun. Hüppelshäuser: „Wir hoffen, in Hilden eine Schule in der Sekundarstufe 1 zu finden, die behinderte Schüler aufnimmt, um auch dort die Inklusion fortzuführen.“

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