Um den Langenfeldern das Nachbarland Dänemark vorzustellen, hat Ingrid Bembennek ein Stück mit Musik und Tanz kreiert.

Kultur
Großbild Anna Schwartz

Das Team: Angela Arndt, Klaus Bembennek, Ingrid Bembennek, Wilfried Schwarz, Eckart Heske, Daniela Viol und Jochen Buff (v. l.).

Langenfeld. Ein sonores Lachen hallt durch den Flügelsaal. Maskenbildner Pedr Pavlas hält überhaupt nichts von dem gelben Diadem, das den Kopf von Königin Margrethe II. zieren soll. „Das sieht aus wie vom Rummel“, knurrt der 52-Jährige und steckt eine silber-glitzernde Alternative in das graue Kunsthaar.

„Ist ja gut, ist ja gut“, sagt die Königin alias Ingrid Bembennek und schreitet in ihrem pompösen Ballonkleid über das Parkett. „Daran kann man sich gewöhnen“, witzelt sie.

Im September begann Ingrid Bembennek mit der Recherche

Es ist das erste Mal seit Beginn der Proben, dass das Team in Kostüme und Maske schlüpft. „Märchen, Mythen und Margrethe“ heißt das Stück, das die sieben Darsteller, mehrere Tänzer und Musiker ab dem 23. März auf die Bühne des Flügelsaals bringen wollen. Es ist eine Reise durch das diesjährige Mottoland Dänemark mit gespielten Szenen, Musik und Tanz.

Im September hat Ingrid Bembennek, verantwortlich für die künstlerische Leitung, Textbuch und Regie, mit den „Maulwurf-Arbeiten“ begonnen. „Es ist ein Graben nach Informationen. Man weiß zu Beginn nicht viel über das Land, kennt die Persönlichkeiten nur oberflächlich. Um die Personen zu verkörpern, muss man sie aber richtig kennenlernen“, sagt sie.

Einige bekommen Haare für die Rolle – andere müssen sie lassen

Entstanden sei ein Stück, das in humorvoller und informativer Weise die verschiedenen Aspekte Dänemarks beleuchtet – Architektur, Landschaft, Geschichte, Politik, Persönlichkeiten, Musik und Essen. „Es ist der ideale Einstieg, um ein Land kennenzulernen“, sagt Wilfried Schwarz, der musikalische Leiter.

Freitag, 23. März (19.30 Uhr), Samstag, 24. März (19.30 Uhr) und Sonntag, 25. März (16 Uhr und 19.30 Uhr) wird das Stück „Märchen, Mythen und Margrethe – Streifzug durch ein Königreich“ im Flügelsaal im Kulturzentrum, Hauptstraße, aufgeführt. Der Eintritt kostet 12,80 Euro (ermäßigt acht Euro) inklusive Getränk. Veranstalter ist der Förderverein der Musikschule. Ingrid Bembennek hat sich wie in den Vorjahren um Konzeption, Text und Regie gekümmert, Wilfried Schwartz hat die musikalische Leitung.

Nach Tschechien 2008, Irland 2009, dem Baltikum 2010 und Portugal 2011 folgt in der Kulturreihe „Europa in Langenfeld“ im Jahr 2012 nun Dänemark. Für das Stadtfest im April ist das Duo „Svøbsk“ gebucht, im Juni gibt es eine Party im Zeichen des Landes und auch die Jugendkunstschule macht mit: Im Juli gibt es einen Schnupperkurs für Jugendliche zwischen zehn und 18 Jahren, im August für Sechs- bis 13-Jährige. Die Fröbelschule beschäftigt sich in einer Projektwoche mit der Literatur Hans Christian Andersens – mit anschließender Theateraufführung.

Das Publikum wird von dem „Rejsebureau Pedersen“ auf eine Reise durch Dänemark geschickt, auf der sich unter anderem Hans Christian Andersen und Königin Margrethe II. die Ehre geben und aus dem Nähkästchen plaudern.

Pedr Pavlas hat sich derweil der nächsten Rolle gewidmet. Jochen Buff, eigentlich Leiter des Standesamts, hat sich mit einer schwarzen Kurzhaarperücke in Rex Gildo verwandelt. Kurz darauf gibt er sich mit einer blonden Langhaarperücke Heavy-Metal-Fantasien hin, stellt sich an den Bühnenrand und schwenkt mit Luftgitarre den Kopf hin und her.

Erneut ertönt Pavlas eindrucksvolle Stimme – er macht Buff kurzerhand mit einem Helm zum Wikinger. „Es ist toll, in eine Rolle zu schlüpfen“, kommentiert Wilfried Schwarz das Geschehen auf der Bühne. Er hat für seine Verwandlung in Hans Christian Andersen ein Opfer gebracht und den Bart abrasiert.

Die Stimmung bei der Masken- und Kostümprobe ist ausgelassen. Dennoch verliert Ingrid Bembennek das Ziel nicht aus den Augen. „Schludern ist nicht“, sagt sie. „Wenn man 100 Prozent erreichen will, muss man 120 Prozent anpeilen.“

Nach all den Jahren, in denen sie Theater gemacht hat, wolle sie nun keinen Flopp landen. Und sollte sie sich im nächsten Jahr noch genauso fit fühlen wie heute als dänische Königin Margrethe, werde sie auch im nächsten Jahr wieder zum Maulwurf werden.

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