Von Lothar Müller
Jürgen Steinbrücker engagiert sich seit 17 Jahren ehrenamtlich. Jetzt erhielt er das Verdienstkreuz.
Landrat Thomas Hendele überreichte Jürgen Steinbrücker das Bundesverdienstkreuz.
Langenfeld. Es war eine Premiere, wie Landrat Thomas Hendele gestern Nachmittag sagte. Zum ersten Mal finde die Verleihung eines Bundesverdienstkreuzes in einer Werkstatt für Behinderte des Kreises Mettmann statt. „Aber der Ort ist mit Bedacht gewählt“, betonte er mit Blick auf den Mann, der die hohe Auszeichnung erhielt: Jürgen Steinbrücker, seit 17 Jahren ehrenamtlich für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Dienst zahlreicher Einrichtungen für behinderte Menschen in Langenfeld und darüber hinaus tätig.
„Die Werkstätten brauchen Dich, um ihren Stellenwert nach außen deutlich zu machen.“
Magnus Staehler, Ex-Bürgermeister
Ein Anruf von Ex-Bürgermeister Magnus Staehler 1995, als Steinbrücker gerade in den Vorruhestand getreten war, fiel bei ihm auf fruchtbaren Boden: „Die Werkstätten brauchen Dich, um ihren Stellenwert nach außen deutlich zu machen.“ Er war der bestens geeignete Mann dafür, war er doch 33 Jahre lang beruflich im Marketingbereich tätig.
So verlief der Übergang vom Vorruhestand zur ehrenamtlichen Tätigkeit, wie er selbst sagt, nahtlos. Er hat im Laufe der Jahre den behinderten Menschen über Langenfeld hinaus ein Gesicht in der Öffentlichkeit gegeben. Er sorgt dafür, dass ihre Nöte, Sorgen und Probleme wahrgenommen werden. Zugleich gelingt es ihm, dass sie als gleichwertige Mitglieder der Gesellschaft angesehen werden.
Seit 1999 führt Steinbrücker die Öffentlichkeitsarbeit der Lebenshilfe
Für die sechs Standorte der Behinderten-Werkstatt des Kreises mit 1000 Beschäftigten in Langenfeld, Ratingen und Velbert ist Steinbrücker in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit tätig. Er erstellte federführend eine Gesamtbroschüre aller Werkstätten und baute Kontakte zu etwa 25 Redaktionen im Kreis auf. Seit 1998 erscheint vierteljährig unter seiner Leitung die WfB-Zeitung „blickpunkt“.
Doch nicht nur das. Seit 1999 führt Steinbrücker die Öffentlichkeitsarbeit auch für den Verein Lebenshilfe des Kreises, organisiert seit 2002 in Langenfeld Sportfeste der Weik-Stiftung für Behinderte und Nichtbehinderte unter dem Motto „gemeinsam rollt’s“.
Schließlich pflegt er seit vielen Jahren eine intensive Beziehung zu der Förderschule des Kreises an der Virneburgstraße und macht die Aktivitäten der Behinderten-Sportgemeinschaft Langenfeld publik. Hinzu kommen schließlich seine verschiedenen Ämter in der evangelischen Gemeinde in Reusrath.
Kein Wunder also, dass Bürgermeister Frank Schneider ebenso wie der Landrat zum Ausdruck brachten, mit Jürgen Steinbrücker habe es den Richtigen getroffen, der die hohe Auszeichnung verdient. Das brachte auch Hildegard Weidenfeld, die Vorsitzende der Lebenshilfe des Kreises, in herzlichen Worten zum Ausdruck.
Was bedeutet für ihn diese hohe Auszeichnung? „Es ist für mich eine Anerkennung ehrenamtlicher Arbeit. Ich freue mich, dass sie in Deutschland und ganz besonders bei uns in Langenfeld so hoch bewertet wird.“




