Von Dirk Lotze
Akrobatik in den Lüften, Tandemsprünge und Rundflüge bot das 31. Flugplatzfest. Ein besonderes Schätzchen, eine „Hütter 28“ aus den 1930er-Jahren, war auch dabei.
Jimmy Tsu war nach seinem Tandemsprung glücklich – am Samstag ging er mit seiner Cousine und Kamera-Helm in die Luft.
Langenfeld. „Der Fahrtwind ist erfrischend“ – Fallschirmspringer Jimmy Tsu grinst cool unter einem Berg raschelndem Nylon hervor. Eine halbe Minute freien Fall hat der 38-jährige Düsseldorfer hinter sich. Bis zu Tempo 200 hat er mit zwei Kameras am Helm über Wiescheid erreicht. Angeschnallt vor seinem Bauch: seine Cousine, Ramona Tsu.
Tandemspringen, Fliegerkunststücke und Segelflug waren am Wochenende bei der Luftsportgruppe Erbslöh zu erleben. Das 31. Flugplatzfest zog tausende Besucher an.
Besucher Jimmy Tsu schenkte seiner Cousine einen Tandemsprung
Ramona Tsus Knie sind noch zehn Minuten nach der Landung weich. Die 21-jährige Besucherin hat ihren ersten Tandemsprung von ihrem Cousin geschenkt bekommen: „Der Flug nach oben war schön, die Wolken unter mir. Auch als die Tür des Fliegers aufging. Und dann hat mich jemand zum Ausgang gedreht.“ Aufregend sei es da geworden. Wie sie ihre Arme zu halten hat, und dass sie ein Hohlkreuz machen soll, das wurde ihr vorher am Boden erklärt. „Ich habe den Unterbacher See gesehen. Und die Wasserskianlage bei Berghausen.“
Ein Schulgleiter nach Vorkriegsbauplänen war zu Gast
Im Viertelstundentakt starten die Flieger mit Springern, Rundflieger drehen ihre Kreise. In der Mittagspause ist die Zeit der Segler. Eine „Grunau Baby“ wird hoch geschleppt, ein Schulgleiter nach Vorkriegsbauplänen fliegt eine kurze Platzrunde. „Das ist unsere Passion“, sagt Christian Ludloff vom Segelflieger-Verein. Eine „Hütter 28“ – ein Flieger der 1930er-Jahre – landet auf der Piste: „Das ist eine absolute Rarität. Ein Hochleistungsflugzeug, klein und wendig“, sagt Ludloff.
Doppeldecker malen neue Wolken in den Himmel, Kunstflieger Ralf Niebergall steuert seine einmotorige „Siai Marchetti“ im Looping synchron zum Modellflugzeug von Sohn Niko.
Am Boden bringt eine andere Attraktion die Augen von Segelflieger Joël Wagner zum Leuchten: „Der Sound ist toll.“ Die Tonanlage auf dem Platz hätte im vergangenen Jahr noch arg gescheppert. Diesmal sei alles neu. „Wir übertragen den Funk von Segel-Kunstflieger Heinz-Röltgen. Der kommentiert aus dem Cockpit seinen Flug“, sagt Wagner. Mit Ballonglühen und Party am Abend ging das Fest bis zum Sonntagnachmittag.




