Sportler will mit Buch zum Laufen verführen

Der frühere Weltklasse-Athlet Jan Fitschen hat über Kenia und seinen Sport geschrieben.

Mettmann. Er läuft und läuft und läuft. Jetzt hat Jan Fitschen auch noch ein Buch geschrieben. Worum es darin geht? Natürlich ums Laufen. Diesmal allerdings im „Wunderläuferland Kenia“. Dort war der einstige Europameister auf der 10 000 Meter — Distanz (2006) immer wieder, um den Kenianern ganz genau auf die Füße zu schauen.

Wie machen die das? Warum laufen sie auch den besten Deutschen bei internationalen Wettkämpfen immer wieder davon? Ganz so einfach ist die Antwort nicht. Deshalb gibt es in Fitschens Buch auch 42 Kapitel zum Erfolg, quasi als Marathon-Lesevergnügen. Wer glaubt, dass einem über 300 Seiten hinweg die Puste ausgehen könnte, wird positiv überrascht sein. Den laufbegeisterten Leser erwartet keineswegs eine Bleiwüste, sondern eine unterhaltsam gestaltete Mischung aus Reisebericht und Ratgeber mit vielen guten Tipps für den Freizeitsport.

Jan Fitschen selbst ist derzeit verletzungsbedingt außer Gefecht. Ansonsten würde man ihn wohl am ehesten auf seiner täglichen Runde durchs Neandertal antreffen. Was dem Freizeitsportler höchste Anstrengungen abverlangt, ist für den 28-fachen Deutschen Meister das klassische Programm zum „Abtrainieren“. „Würde ich das nicht machen, müsste ich mit Herzproblemen rechnen“, erklärt Jan Fitschen, warum er immer noch ständig auf den Beinen ist. Oder momentan eher auf dem Fahrrad, dem Ergometer oder im Wasser, bis die Verletzung am Fuß auskuriert ist.

Noch vor drei Jahren lief er beim Berlin-Marathon mit 2 Stunden, 13 Minuten und 10 Sekunden als schnellster deutscher Marathon-Läufer durchs Ziel. Mittlerweile ist es ruhiger geworden um den Hochleistungssportler, der beim TV Wattenscheid trainiert. Statt in Laufkleidung trifft man ihn auch schon mal im Anzug, weil gerade ein offizieller Repräsentations-Termin im Kalender steht.

Zwei Tage in der Woche verbringt der Wahl-Mettmanner in Berlin, um dort als Lauftrainer anderen Sportlern quasi „Beine zu machen“. Zwischendurch hält er Motivationsvorträge und gibt Tipps weiter, die ihm auch selbst geholfen haben, den legendären „inneren Schweinehund“ zu überwinden. Denn wer glaubt, den gäbe es bei einem wie Jan Fitschen nicht mehr, sollte sich eines Besseren belehren lassen: „Das Laufen hat mir immer Spaß gemacht. Durch die Verletzung muss ich jetzt auf andere Sportarten ausweichen und da fällt das Training nicht immer leicht“, gesteht er.

Auch wenn er seit langem nicht mehr bei internationalen Wettbewerben angetreten ist, steht sein offizieller Rücktritt als Hochleistungssportler noch aus. „Das wird wohl in den nächsten Monaten kommen“, kündigt er seinen Abschied von der aktiven Karriere an. Um sich berufliche Perspektiven zu schaffen, hat Jan Fitschen Physik und Wirtschaftswissenschaften studiert.

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