Tuspo-Kirse: Die Stadt half dem Verein 2006 mit 10.000 Euro aus. Die damit verbundene Pflicht blieb unerfüllt.

Magnus Staehler ist zwar kein Fußballer, doch Vereinen hilft er gerne. Im November weihte er den für 300.000 Euro renovierten Platz am Schlangenberg ein, von dem TuSpo-Kicker, Hockey-Spieler und Schüler etwas haben.
Magnus Staehler ist zwar kein Fußballer, doch Vereinen hilft er gerne. Im November weihte er den für 300.000 Euro renovierten Platz am Schlangenberg ein, von dem TuSpo-Kicker, Hockey-Spieler und Schüler etwas haben.

Magnus Staehler ist zwar kein Fußballer, doch Vereinen hilft er gerne. Im November weihte er den für 300.000 Euro renovierten Platz am Schlangenberg ein, von dem TuSpo-Kicker, Hockey-Spieler und Schüler etwas haben.

Magnus Staehler ist zwar kein Fußballer, doch Vereinen hilft er gerne. Im November weihte er den für 300.000 Euro renovierten Platz am Schlangenberg ein, von dem TuSpo-Kicker, Hockey-Spieler und Schüler etwas haben.

StefanFries, Bild 1 von 2

Magnus Staehler ist zwar kein Fußballer, doch Vereinen hilft er gerne. Im November weihte er den für 300.000 Euro renovierten Platz am Schlangenberg ein, von dem TuSpo-Kicker, Hockey-Spieler und Schüler etwas haben.

Langenfeld. Die finanziellen Probleme des TuSpo Richrath, die zur Abspaltung der Breitensportler von der Fußballabteilung des Traditionsklubs geführt haben, werden am Donnerstag den Sportausschuss (18 Uhr, Rathaus, Bürgersaal) beschäftigen. Dabei geht es um die Frage, ob die Stadt hätte früher Alarm schlagen müssen.

Bereits 2006 hatte sich der finanziell in die Schieflage geratene TuSpo an die Stadt gewandt. Die Bitte um Hilfe wurde erhört: Im Mai gewährte der Sportausschuss den Richrathern eine "Schuldendiensthilfe" von 10.000 Euro aus Steuergeldern. Dem nicht-öffentlich gefassten Beschluss war allerdings ein zähes Ringen vorausgegangen.
 
Weil kein Sanierungskonzept vorlag, warnten Vertreter anderer Vereine davor, ohne Bedingungen zu helfen. Deshalb wurde entschieden, den TuSpo im Gegenzug dazu zu verpflichten, der Stadt Geschäftsberichte und Haushaltspläne für die Jahre 2006 bis 2009 vorzulegen.

FDP: Wofür wurde die Finanzspritze verwandt?

"Angesichts des offenkundigen Debakels des Vereins will die FDP jetzt geklärt wissen, ob diese Auflage erfüllt wurde. Ferner interessiert uns, wie das Geld eingesetzt wurde, und ob die Verwaltung ihrer Aufgabe zu prüfen gerecht geworden ist", sagt Fraktionsvorsitzender Rolf D. Gassen.

Zu einem "schwebenden Verfahren" will sich Ulrich Moenen, Fachbereichsleiter Jugend, Schule und Sport, öffentlich nicht äußeren. "Der Verein hat keine Rechenschaft abgelegt, deshalb gab es vergangene Woche ein Gespräch mit TuSpo-Vertretern beim Bürgermeister", sagt Frank Schneider, Referent von Verwaltungschef Magnus Staehler.

Nach WZ-Informationen nahmen an dem Krisengipfel für die Stadt auch Ulrich Moenen und Ute Piegeler teil. Den TuSpo vertraten Vorsitzender Friedel Weiler und der Ehrenvorsitzende der Fußballabteilung Leo Prümper. Zudem war Wolfgang Prenzel, Vorsitzender des neuen Richrather Sportvereins, dabei.
 
Schneider: "Wir haben dem TuSpo unsere Unterstützung zugesagt. Weil die Sache höchst undurchsichtig ist, müssen aber erst einmal die Zahlen schriftlich auf den Tisch." Eine weitere finanzielle Hilfe aus dem Stadtsäckel schließt Schneider aus. Es könne nur um Beratung oder die gemeinsame Suche nach weiteren Sponsoren gehen.

"Unterstützung ja, aber bitte nicht, um Fußballvereinen ihre abenteuerlichen Pläne zu finanzieren", bezieht Gerd-Peter Heinrichs für die SPD-Fraktion Stellung. Der Fraktionschef wünscht sich stärkere Kontrollen der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit für unterklassige Klubs durch den Deutschen Fußball-Bund.

Wie die "Schuldendiensthilfe" verwandt wurde, weiß Leo Prümper. "Davon ist nicht ein Euro in die Kasse der Fußballer geflossen. Wir haben die 10000Euro zur Minderung einer Hypothek, die auf unserer Hausmeisterwohnung liegt, verwendet", sagt er. Das geforderte Finanzkonzept habe man erstellt.
 
Allerdings sei der TuSpo von der Finanzprüfung überrascht worden. "Die daraus resultierenden Nachzahlungen sind durch mangelhafte Beratung unseres Steuerberaters im Zusammenhang mit der Vermarktung der Bandenwerbung entstanden", so Prümper. Für ihn hat der TuSpo nicht über seine Verhältnisse gelebt.
 

Kleiner Betrag mit viel Brisanz

Kommentar von Holger Bangert

 

10000Euro erscheinen angesichts der Summen, über die sonst in Langenfeld entschieden wird, als lächerlich kleiner Betrag. Doch hinter der "Schuldendiensthilfe" für den angeschlagenen TuSpo steckt viel Brisanz. Die Hilfe wurde aus Steuergeldern bezahlt und an Bedingungen geknüpft, die der Verein nicht erfüllt hat. Der Bürger hat einen Anspruch darauf zu erfahren, warum die Verwaltung trotz des hohen Lehrgeldes, das einst für den VfB Langenfeld gezahlt wurde, über ein Jahr lang nichts getan hat, um den TuSpo an die Kandarre zu nehmen.

 

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