ZNS-Fest: Die Innenstadt war auch in diesem Jahr gut besucht. Demnächst soll in Langfort eine Beratungsstelle für Geschädigte und deren Angehörige eröffnet werden.

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Großbild Stefan Fries

Bestens besucht war am Wochenende die Langenfelder Innenstadt.

Langenfeld. Mehr als 400000 Euro Spenden in 20 Jahren Vereinstätigkeit - das ist das stolze Ergebnis, das Wolfgang Schapper, Vorsitzender des ZNS-Förderkreises Langenfeld, verbuchen kann. Auf dem 21. ZNS-Sommerfest in Langenfelds Innenstadt eröffnete er die Veranstaltungen auf der Bühne beim Rathaus.

Musikalisch gab die kölnische Mundart-Band Buuredanz Kölsche Lieder und 50er-Jahre-Schlager zum Besten. In der Fußgängerzone stellten Autohäuser ihre Modelle aus. Das kam nicht bei jedem gut an. "Das ist kein Sommerfest, sondern eine Autoschau", sagte Marlene Petermann (54).

Der Sparkassenvorplatz diente dem Trödelmarkt als Ausstellungsfläche. Von Omas Waschbrett bis Opas Radio mit Magischem Auge, über Comic-Heftchen und Groschenromane konnte hier jeder fündig werden, egal ob auf der Suche nach Ramsch oder Antiquitäten.

Auf dem Platz vor dem KunZe konnten sich die Kinder mit dem Pedalo (Holzroller mit spezieller Tretvorrichtung), auf der Hüpfburg oder beim Hindernis-Lauf austoben. Ein Kinder-Bingo lockte mit kleinen Sachpreisen. "Bingo kannte ich nur aus Filmen", meinte Andrea (9) begeistert. "Das macht voll Spaß."

Ein Trickbetrüger der netten Art

Die Erwachsenen konnten sich unterdessen vom Magier Giovanni Alecci auf besondere Weise verzaubern lassen. Mit dem Hütchen-Spiel, das vor allem von Trickbetrügern angewandt wird, um den Leuten Geld aus der Tasche zu ziehen, faszinierte er sein Publikum. Im Gegensatz zu unseriösen "Kollegen" nimmt er aber kein Geld, sondern lässt sich im doppelten Sinne des Wortes in die Karten schauen. Er verrät seine Tricks, zeigt, warum man bei dem Spiel niemals gewinnen kann.

Die Abkürzung bedeutet "Zentrales Nervensystem" und umfasst das Gehirn und das Rückenmark. Schäden am ZNS können zum Beispiel durch Unfälle, Schlaganfälle oder Tumore verursacht werden. Schäden an der Wirbelsäule können zur Querschnittslähmung, Schäden am Gehirn zur Halbseitenlähmung führen. Auch Ausfälle der Sprache oder des Sehvermögens sind möglich.

Die Klinik Möhringsburg nimmt ZNS-Geschädigte ab dem 16. Lebensjahr auf. Berufliche Wiedereingliederung und Reha-Maßnahmen werden gleichzeitig angeboten und nicht als getrennte Angebote gesehen. Auch eine dauerhafte Unterbringung im Pflegezentrum ist möglich, sollte die Wiedereingliederung ins Berufsleben und die Rückkehr in die eigenen vier Wände nicht möglich sein.

Meike Jürs steht unter Telefon 05439/6094911 für Fragen rund um das Thema "Reha nach Schäden am ZNS" zur Verfügung.

Auf der Bühne beim Rathaus begrüßte Wolfgang Schapper unterdessen den stellvertretenden Bürgermeister Manfred Stuckmann, die CDU-Abgeordnete Michaela Noll und den Vorsitzenden der Hannelore-Kohl-Stiftung, Stefan Zimmer. Noll dankte den Frauen der Vereinsmitglieder mit den Worten: "Die Ehefrauen halten den Herren den Rücken frei mit Kuchenbacken."

Schappers Pläne bleiben nicht beim nächsten Sommerfest stehen. Demnächst wird in Langenfeld an der Ludwig-Wolker-Straße (Langfort) eine Beratungsstelle für ZNS-Geschädigte und deren Angehörige eröffnet. Die Leiterin des neurologischen Pflegezentrums Möhringsburg in Badbergen, Niedersachsen, Meike Jürs (38), sagte ihre Unterstützung beim Aufbau der Beratungsstelle zu. "Oft haben die Menschen nicht die finanziellen Möglichkeiten, die speziellen Pflegemittel zu kaufen", sagt die gelernte Krankenschwester. Das Pflegezentrum mit 32 Plätzen hat durch den ZNS-Förderkreis Spenden erhalten. Im Gegenzug sind dauerhaft zwei Betten für Langefelder Bürger reserviert.

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