Als das Emblem für die Gemeinde vor 75 Jahren entstand, befand sich der industrielle Kalkabbau in Gruiten auf seinem Höhepunkt.

Der Wappenentwurf samt Beschreibung und Begründung von dem Kunstmaler und Heraldiker Wolfgang Pagenstecher aus dem Jahr 1937. Der Text ist im Infokasten nachzulesen.
Der Wappenentwurf samt Beschreibung und Begründung von dem Kunstmaler und Heraldiker Wolfgang Pagenstecher aus dem Jahr 1937. Der Text ist im Infokasten nachzulesen.

Der Wappenentwurf samt Beschreibung und Begründung von dem Kunstmaler und Heraldiker Wolfgang Pagenstecher aus dem Jahr 1937. Der Text ist im Infokasten nachzulesen.

Der Wappenentwurf samt Beschreibung und Begründung von dem Kunstmaler und Heraldiker Wolfgang Pagenstecher aus dem Jahr 1937. Der Text ist im Infokasten nachzulesen.

Der Wappenentwurf samt Beschreibung und Begründung von dem Kunstmaler und Heraldiker Wolfgang Pagenstecher aus dem Jahr 1937. Der Text ist im Infokasten nachzulesen.

Der Wappenentwurf samt Beschreibung und Begründung von dem Kunstmaler und Heraldiker Wolfgang Pagenstecher aus dem Jahr 1937. Der Text ist im Infokasten nachzulesen.

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Der Wappenentwurf samt Beschreibung und Begründung von dem Kunstmaler und Heraldiker Wolfgang Pagenstecher aus dem Jahr 1937. Der Text ist im Infokasten nachzulesen.

Gruiten. Wenn es in Gruiten nicht an so vielen Häusern mit dem ausdrücklichen Zusatz „Gruiten“ zu sehen wäre, könnten Gruitener Neubürger das Wappen ihrer Gemeinde eher für das Zeichen eines Gebirgsvereins halten. Denn darin dominieren eine Felswand und eine Spitzhacke. Was diese Symbole mit Gruiten zu tun haben, ist für viele heute nicht auf Anhieb zu erkennen.

Anders vor 75 Jahren: Als das Wappen entstand, befand sich der industrielle Kalkabbau in Gruiten auf seinem Höhepunkt. Spitzhacke und Kalksteinwand wurden ausgewählt, um die jahrhundertelange Geschichte des Kalkabbaus und seine enorme wirtschaftliche Bedeutung für die Entwicklung der Gemeinde seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert zu symbolisieren.

Seilbahn und Staub ließen keine Zweifel: Kalk ist allgegenwärtig

Vor 75 Jahren war das Wappen für jeden Gruitener „sprechend“. Viele arbeiteten selbst im Steinbruch oder im Kalkwerk, das damals aus allen Himmelsrichtungen die Silhouette Gruitens bestimmte.

Die Seilbahn für den Transport des gebrochenen Kalksteins von Grube 7 zum Werk in der Nähe des Bahnhofs konnte niemand übersehen und die Schwerlastkraftwagen, die durch den Tunnel unter dem alten Kirchturm in dieselbe Richtung fuhren, waren nicht zu überhören. Der weiße Staub, unter dem Gruiten beständig lag, ließ keinen Zweifel aufkommen. Kalk war in Gruiten allgegenwärtig.

Aber schon 30 Jahre später war Gruitens weiße Vergangenheit beendet. 1966 wurde der Kalksteinabbau eingestellt, das Kalkwerk stillgelegt und ein paar Jahre später gesprengt. Heute erinnern vor allem Straßennamen daran: Seilbahnweg, Quarzweg, Sinterstraße und andere. Und natürlich der „Canyon“, die Grube 7, und die vielen ebenen Wege im Düsseltal, die Gruiten den Trassen der Kleinbahnen verdankt, die ehedem den gebrochenen Kalkstein transportierten.

Ohne den Namenszusatz kommt das Wappen heute nicht mehr aus

Der Entwurf, die Beschreibung und Begründung stammen von Kunstmaler und Heraldiker Wolfgang Pagenstecher von 1937. Der Text lautet: „Das Wappen der Gemeinde Gruiten in dem gleichnamigen Amte zeigt in Grün eine nach schrägrechts ansteigende, behauene, natürliche silberne Fels- wand, neben der links eine silberne aufgerichtete Spitzhacke mit goldenem Stiel schwebt. Aus dem Namen Gruiten, der sich mit großer Wahrscheinlichkeit von dem althochdeut- schen Worte „Grudt“ = Felsgeröll herleitet (der Ort wurde schon im 12. Jahrhundert urkundlich erwähnt), ist zu entnehmen, dass im Gebiet der Gemeinde schon von Altersher Kalkstein zu Tage getreten ist. Heute geben die zahlreichen Kalksteinbrüche, in denen ein großer Teil der Bevölkerung durch Arbeit seinen Lebensunterhalt findet, Gruiten in Verbindung mit den grünen Fluren und Wäldern sein besonderes Gepräge.“

Als 1975 bei der Mauritius-Töpferei in Meerbusch-Büderich eine 30 mal 40 Zentimeter große Keramik mit dem Gruiten-Wappen für das Foyer des Bürgerhauses in Auftrag gegeben wurde, war schon klar, dass man ohne den Schriftzug „Gruiten“ nicht mehr auskam.

Und diese Version findet man auch an vielen Häuserwänden. Auch das größte Gruiten-Wappen am Haus An der Düssel 3 verzichtet nicht auf den Zusatz. Lediglich das erst vor kurzem neu entstandene am Haus Prälat-Marschall-Straße 71 zeigt das Wappen pur.

» Lothar Weller ist erster Vorsitzender des Bergischen Geschichtsvereins Haan und betreut das Archiv der Evangelisch-reformierten Gemeinde Gruiten.

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