Klare Mehrheit für Grundsatzbeschluss. Jetzt werden die Details erarbeitet.

entscheidung
Großbild Stefan Fries

Nun steht es fest: Das Rathaus wird teilweise saniert – und teilweise abgerissen und neugebaut.

Ratingen. Mit 44 Ja-Stimmen bei elf Enthaltungen (Grüne und FDP) hat der Stadtrat mit klarer Mehrheit den Grundsatzbeschluss gefasst, das Rathaus am Standort Minoritenstraße zu erhalten, zum Teil zu sanieren und den Rest nach Abriss neu zu bauen. Die aktuelle Drucksache der Verwaltung (wir berichteten) war nach teils kontroverser Debatte noch vor den Haushaltsberatungen kurzfristig auf die Tagesordnung gesetzt worden.

Sparen ist besonders wichtig bei der Planung rund ums Rathaus

Stadtkämmer Klaus-Konrad Pesch stellte dem Rat detailliert die Pläne vor, die er gemeinsam mit Siegfried Aring (Projektmanagement) und Gerd Willms (Hochbauamt) ausgetüftelt und im Arbeitskreis Rathaus diskutiert hatte. Der große Zwang zum Sparen, der auf der Stadt lastet, kann dabei sicher als Pate mancher Überlegung angesehen werden. „Jede halbe Million, die wir sparen können, ist eine Überlegung wert“, machte Pesch seine Marschrichtung deutlich.

Um das Ziel der Kostenminimierung zu erreichen, sollen verstärkt städtische Büroflächen genutzt und Fremdmietern gekündigt werden. Zehn Prozent weniger Flächenbedarf, Splittung der Organisation, die Ausgliederung der EDV und Telefonzentrale zur neuen Feuerwache, die Fusion von Grünflächenamt und Betriebshof zu „Technischen Betrieben“ an der Sandstraße sowie der Erhalt verschiedener Teile des Rathauskomplexes werden ebenfalls die Kosten drücken.

SPD trägt die „kluge Lösung“ mit

„Mit der Provinzposse ums Rathaus hat sich auch die CDU nicht mit Ruhm bekleckert“, stellte Fraktionsvorsitzender Ewald Vielhaus fest. Er sprach sich dafür aus, eine Grundsatzentscheidung zu fällen. Sein SPD-Kollege Christian Wiglow sah das ebenso, lobte die „kluge Lösung“, die die SPD mittragen werde – trotz vieler offener Fragen. Für den Grundsatzbeschluss sprach sich auch die Bürger-Union aus.

Alexander von der Groeben forderte was die Tiefgarage angeht, einen Kostencontroller zu beteiligen und zu prüfen, ob eine Erweiterung überhaupt wirtschaftlich sinnvoll sei. Zustimmung zum „Jahrtausendprojekt“ (Manfred Evers: „Wir befassen uns seit dem letzten Jahrtausend damit“) signalisierte auch die Ratinger Linke.

Der Stadtrat beschloss mit deutlicher Mehrheit die Erhöhung der Parkgebühren in den Parkhäusern. Künftig kostet die zweite Parkstunde 1,40 Euro, jede weitere halbe Stunde 70 Cent. Die erste Parkstunde bleibt weiter kostenlos. In Parkscheibenzonen wird die Parkzeit auf eine Stunde begrenzt (bisher: zwei Stunden). Tagesparker zahlen künftig 44 Euro monatlich, sogenannte Monatsparker 59 Euro.

Susanne Stocks (Grüne) sprach dagegen von einer „Überrumpelungsaktion“: Das sei der Versuch, es allen Beteiligten Recht zu machen, kritisierte sie, auch wenn sie sich mit einigen Punkten anfreunden könne. Hannelore Hanning, Fraktionschefin der FDP, lehnte Abriss und Neubau des Hauptgebäudes rundweg ab, den Wegfall des Ostflügels und Umbau des Ratstraktes könne sie sich vorstellen.

Leserkommentare