Von Benjamin Dietrich
Die Erwartungen für die Zukunft sind allerdings getrübt, stellt eine IHK-Umfrage fest.
Die Konsumlaune der Menschen ist ungebrochen, trotzdem blicken die Einzelhändler pessimistisch in die Zukunft. Archiv
Kreis Mettmann. Gute Nachrichten aus der Wirtschaft in der Region: Die Unternehmen sind gut ins neue Jahr gestartet. Ihre Geschäftslage bewerten die Betriebe positiv. Dies ist das zentrale Ergebnis der Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) zum Jahresbeginn, an der sich 200 Unternehmen aus dem Kreis Mettmann mit insgesamt 23 000 Beschäftigten beteiligt haben.
„Aktuell besonders zufrieden sind die Großhändler, die Investitionsgüterproduzenten sowie die Hersteller von Ge- und Verbrauchsgütern“, sagte IHK-Volkwirt Gerd Helmut Diestler, der gestern in Velbert die Ergebnisse der Konjunkturumfrage präsentierte.
Die Einzelhändler sehen schon jetzt dunkle Wolken am Konsumhimmel
Nur der Einzelhandel sei als einzig Branche deutlich unzufrieden. „Das ist verwunderlich, wird doch seitens der Bevölkerung unverändert gut konsumiert“, sagte der IHK-Experte.
Für den weiteren Jahresverlauf seien die Unternehmen aus dem Kreis Mettmann aber nicht so optimistisch wie noch im vergangenen Jahr, sagt Diestler. „Die Mehrzahl der Betriebe geht davon aus, dass die Geschäftslage sich verschlechtern wird, weil sie damit rechnen, weniger Aufträge zu bekommen“, sagte der Volkswirt, der aber hinzufügt: „Selbst wenn dem so sein sollte, können wir aber nicht von einer Rezession sprechen. Die Konjunktur stagniert dann lediglich, aber auf einem hohen Niveau.“
Personalabbau ist bei vielen Firmen kein Thema
Als Zeichen dafür nennt Diestler die Auslastung der Produktionskapazitäten. Diese seien zwar um 2,5 Prozent zurückgegangen, liegen aber immer noch weit über dem Durchschnitt. Sämtliche Industriebranchen seien zu ungefähr 81 Prozent ausgelastet, die Bauwirtschaft sogar zu 85 Prozent.
Die allgemeine Stimmung in der Wirtschaft wirkt sich auch positiv auf den Arbeitsmarkt aus. Die meisten Unternehmen planen keinen Personalabbau, sondern stellen noch ein – dies gilt besonders für die Großhändler und unternehmensorientierte Dienstleister. „Dies hat auch damit zu tun, dass viele jetzt schon den Fachkräftemangel spüren“, erklärte Diestler. Einzig im Einzelhandel sei zu befürchten, dass Personal abgebaut wird.
Auch wenn die Stimmung in der regionalen Wirtschaft im Allgemeinen positiv ist, gibt es Sorgen der Unternehmen. „Insbesondere die Finanzkrisen vieler Staaten bereitet den Betrieben Kopfzerbrechen“, sagte Diestler. Auch die Nachfrage nach Gütern im Inland würden die Unternehmen als Konjunkturrisiko bewerten, genauso die steigenden Energie- und Rohstoffpreise.




