Die traditionelle Wallfahrt lockte wieder tausende Besucher. Es bildeten sich lange Schlangen.

Die bunten Trachten der Schlesierinnen beeindruckten die Gläubigen im Mariendom.
Die bunten Trachten der Schlesierinnen beeindruckten die Gläubigen im Mariendom.

Die bunten Trachten der Schlesierinnen beeindruckten die Gläubigen im Mariendom.

Stefan Fries

Die bunten Trachten der Schlesierinnen beeindruckten die Gläubigen im Mariendom.

Neviges. Im Mariendom erklingt noch das „Großer Gott wir loben Dich“, da bilden sich auf dem Franziskusplatz vor dem Kloster schon Schlangen. Grützwurst, Sauerbrot, schlesisches Bier – rund um das Gotteshaus in Neviges dreht sich am Sonntag alles um Schlesien. Die traditionelle Wallfahrt hat wieder tausende Gläubige in den Wallfahrtsort gelockt. Zur Mutter-Anna-Wallfahrt wird der heiligen Anna, der Mutter von Maria, gedacht.

„Es ist hier eine besondere Stimmung. Nie ist der Dom so voll wie bei der Wallfahrt der Schlesier“, sagt Mitorganisator Damian Spielvogel. „Im Gottesdienst werden Marienlieder gesungen, die die Seele der Schlesier berühren, aber in anderen Messen kaum gesungen werden“, sagt Spielvogel. Sein Lieblingslied ist „Wo in feierlicher Stille“.

Organist Marc-David Schwarz aus Solingen spielt die Orgel während des anderthalbstündigen Festgottesdienstes. Seine Eltern sind in Oberschlesien geboren. Fast immer sind sie zur Anna-Wallfahrt in Neviges. Das Lieblingslied der Schlesier ist „Die Glocken verkünden mit fröhlichem laut“, das die Besucher aus vollem Herzen mitsingen. Organist Schwarz will nach der Messe die Stände auf dem Franziskusplatz besuchen und eine Krakauer Wurst genießen. Nachmittags spielt er zur Marienandacht dann wieder die Orgel.

Vor dem Stand mit der Grützwurst bildeten sich lange Schlangen

Cornelia Rzeppa aus Ratingen hat der Gottesdienst tief berührt. „Das ist in Neviges eine ganz besondere Stimmung. Alles ist so feierlich, die schlesischen Trachten sind so schön“, sagt die 67-Jährige. Sie ist in Langendorf, Kreis Gleiwitz, zur Schule gegangen, wurde dann nach Velbert umgesiedelt. Freundin Ilse Kolinowski hätte sie beinahe aus den Augen verloren, doch jetzt treffen sie sich zur Schlesienwallfahrt in Neviges wieder.

Die Oberschlesischen Bergmänner singen nicht nur im Dom, sie geben auch auf dem Franziskusplatz ein Ständchen. „Glückauf, glückauf“, singen sie und viele Zuschauer fallen in den Refrain ein. Chormitglied Johannes Latoska ist das fünfter Mal in Neviges dabei. Hauptzelebrant Bischof Franz-Josef Overbeck ist erstmals in seiner Eigenschaft als Bischof von Essen in Neviges. Viele Menschen, die im Raum Niederberg wohnen, hatten in Schlesien ihre Heimat. „Sie haben eine besondere Frömmigkeit, die zu Herzen geht“, sagt er.

Die Nieder- und Oberschlesier kommen zeitnah zum Namenstag der Heiligen Anna (26. Juli) zur Wallfahrt nach Neviges.

In der Anna-Kapelle im Mariendom wird an Anna, die Mutter von Maria, erinnert.

Vor dem Stand mit der Grützwurst haben sich lange Schlangen gebildet. Die Menschen warten geduldig. Eine Besucherin hat nicht nur den Gottesdienst genossen, die Wurst mag sie. „Ich bin das erste Mal in Neviges und war von der Messe und dem feierlichen Gesang tief beeindruckt, ich komme auf jeden Fall wieder.“ Wallfahrtsleiter Othmar Brüggemann, der die Mutter-Anna-Wallfahrt das erste Mal erlebt, ist begeistert. Auch der Besuch der vielen hundert Gläubigen hat ihn beeindruckt.

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