Die Geschichtswerkstatt der Gesamtschule hat sich mit dem Weg des Geldes seit 1873 befasst.

Anhand von zahlreichen Exponaten, die von Velberter Leihgebern zur Verfügung gestellt wurden, sind die Zwölftklässler der Geschichte der deutschen Währungen nachgegangen.
Anhand von zahlreichen Exponaten, die von Velberter Leihgebern zur Verfügung gestellt wurden, sind die Zwölftklässler der Geschichte der deutschen Währungen nachgegangen.

Anhand von zahlreichen Exponaten, die von Velberter Leihgebern zur Verfügung gestellt wurden, sind die Zwölftklässler der Geschichte der deutschen Währungen nachgegangen.

Die Inflation der 1920er-Jahre trieb die Notenwerte in abenteuerliche Höhen. Dieser Schein über fünf Millionen Mark stammt aus dem Jahr 1923.

Simone Bahrmann, Bild 1 von 2

Anhand von zahlreichen Exponaten, die von Velberter Leihgebern zur Verfügung gestellt wurden, sind die Zwölftklässler der Geschichte der deutschen Währungen nachgegangen.

Velbert. So bewegt wie die Geschichte unseres Landes ist auch die Geschichte unseres Geldes. Die Geschichtswerkstatt der städtischen Gesamtschule hat sich jetzt der Währung in der Zeit von 1873 bis heute gewidmet. Unter dem Titel „Das Glücksrad dreht sich weiter. Das Geld und sein Weg – von der Reichsmark über den Euro bis . . .“ haben acht Schüler der Jahrgangsstufe 12 zahlreiche Exponate in einer Ausstellung zusammengetragen, die gestern präsentiert wurde.

Geld ist für jeden ein Thema – und die Eurokrise ein aktueller Aufhänger

Nach dem ersten Projekt über Bau und Fall der Mauer im vergangenen Jahr suchte das Team um die Geschichtslehrer Roland Pietrek und Fatma El-Kayed ein neues Thema: „Wir haben uns gefragt, was die Leute bewegt, und das ist zweifelsohne das Geld“, erläutert Tobias Fischbach. „Mit der Eurokrise gab es zudem einen aktuellen Anlass, der zum Thema passte“, ergänzt Jonas Streeck.

Die Ausstellung setzt kurz nach der Reichsgründung ein: Deutschland ist föderalistisch geprägt und das Geld, insbesondere als Banknote, des einen Landesfürsten wird längst nicht beim anderen anerkannt. Die Gestaltung sagt etwas über die Mentalität jener Zeit, etwa beim 1911 aufgelegten „Flottenhunderter“, der mit der gerüsteten Germania und der Darstellung der kaiserlichen Flotte den Wunsch des Monarchen Wilhelm II. nach einer starken Marine widerspiegelt.

Die Rohstoffknappheit nach dem ersten Weltkrieg treibt skurrile Blüten – die Menschen horten Münzgeld, weil der Materialwert über dem Nennwert liegt, so dass Pfennignoten gedruckt werden. Als in Bielefeld gar das Papier knapp wird, werden Banknoten aus Seide gedruckt – mit Bibelzitaten sowie Bildern und Sprüchen gegen den Versailler Vertrag versehen.

Stadt Neviges gibt 1923 Scheine über fünf Millionen Mark aus

Dann natürlich das Inflationsgeld: Zwei Scheine der Sparkasse Neviges, signiert am 30. November 1923 über fünf beziehungsweise 100 Millionen Mark gehören ebenso zur Sammlung wie eine Note über eine Milliarde Mark der Rheinischen Kalksteinwerke in Wülfrath: „Man kann die Angst der Älteren vor der Geldentwertung durchaus verstehen, wenn man dieses wertlose Papier sieht“, meint Tobias Fischbach.

„Meine Mutter hat oft von der Inflation erzählt“, bestätigt Helga Gaede – sie ist mit der 50-Reichsmark-Note ihrer Mutter eine von 70 Velbertern, die die Ausstellung durch ihre Leihgaben erst ermöglichten. Nostalgische Gefühle wallen beim Anblick der guten, alten D-Mark auf, aber auch die DDR-Mark ist mit einem kompletten Notensatz vertreten. Schließlich der Euro, der gerade durch seine Krise viele Fragen aufwirft.

Welche Bedeutung hat bares Geld heute noch? Da ist die Meinung bei den Nachwuchshistorikern sehr geteilt: „Man gibt weniger aus, wenn man mit Bargeld bezahlt“, ist Henrik Schulz überzeugt, während Tobias Fischbach meint, es sei leichter, mit EC-Karte oder Online-Banking den Überblick zu behalten. „Geld ist dazu da, ausgegeben zu werden“, sagt dagegen Claudiu Simion schmunzelnd.

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