Die Hardenbergschule wehrt sich gegen ihre von der Verwaltung vorgeschlagene Auflösung.

Bildungspolitik
Großbild Simone Bahrmann

Die Verwaltung stellt nicht nur die Hardenbergschule, sondern generell den Schulstandort am Waldschlösschen in Frage.

Neviges. Joachim Kohlhage ist sauer. Der kommissarische Leiter der Hardenbergschule ist verärgert über die Informationspolitik im Rathaus.

Erst am vergangenen Freitag, kurz vor dem langen Wochenende, haben er und seine Kollegen erfahren, dass die Stadt der Politik vorschlagen wird, die Nevigeser Hauptschule ab dem kommenden Sommer sukzessive auslaufen zu lassen .

„Wir haben Infos, dass die Pläne schon vor der Sommerpause klar waren. Warum gibt man uns dann nicht früher Bescheid?“

Joachim Kohlhage, kommissarischer Leiter der Hardenbergschule

„Diese Kurzfristigkeit erbost uns am meisten“, sagt Kohlhage. Die Schulleitung habe so kaum Zeit, zu reagieren. Getan hat sie es dann doch. Gestern hat sie die Fraktionen des Rates für heute Nachmittag zu einem Gespräch in die Schule eingeladen.

Am Montag tagt der Bezirksausschuss, am Dienstag der Schulausschuss, eine Woche später soll der Rat die Schließung beschließen. „Wir haben Infos, dass die Pläne schon vor der Sommerpause klar waren. Warum gibt man uns dann nicht früher Bescheid?“, fragt Kohlhage.

Lehrer-Kollegium schlägt Gründung einer Sekundarschule vor

Dass die Hauptschule aufgegeben werden soll, betont Kohlhage, sei „ja nicht wirklich eine Überraschung“. Ihm und den Kollegen sei schließlich seit langem klar, dass die Schulform Hauptschule keine Zukunft mehr hat.

Auch vor diesem Hintergrund habe sich das Kollegium 2010 für den Wandel zur Gesamtschule ausgesprochen. Dieser Entwicklung hat die Politik nach zu wenig Anmeldungen und zu hohen Hürden seitens der Bezirksregierung einen Riegel vorgeschoben.

Nun aber die Schule auslaufen zu lassen, sei der falsche Weg. „Wenn die Hardenbergschule als Schulstandort aufgegeben werden sollte, wäre das eine Schande“, sagt Kohlhage. Das Kollegium schlage daher die Gründung einer Sekundarschule vor.

„Das wäre eine Schule mit Sekundarstufe I, die die Schüler auf den Beruf vorbereitet. Mit einer Hauptschule weniger würde so etwas in Velbert fehlen“, so Kohlhage. Denn: „Nicht alle können Architekten und Ärzte werden.“

Die Linke hat bereits ihre Unterstützung zugesagt

Unterstützung findet diese Position bereits bei der Fraktion Die Linke. Die hat für den Schulausschuss beantragt, „Gelände und Gebäude der Hardenbergschule für die weitere Schulentwicklungsplanung vor- und instandgehalten werden“. Auch solle die Verwaltung prüfen, ob die Einrichtung einer Sekundarschule an dieser Stelle möglich ist.

Die zuständigen Gremien sollten so rechtzeitig informiert werden, dass über die Einrichtung einer Sekundarschule zum neuen Schuljahr entschieden werden könne. Der Standort Waldschlösschen sei ideal für diese neue Schulform, so Ratsherr Michael Alfermann.

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