Gerno Böll- Schlereth betont die politische Bedeutung des Amtes . Der Bewerber solle daher nicht aus der Verwaltung kommen.

2014 wird in Velbert der neue Stadtrat und wahrscheinlich auch der Nachfolger von Bürgermeister Stefan Freitag gewählt. Dieser wechselt an die Spitze der städtischen Beteiligungs-Holding BVG.  Archiv
2014 wird in Velbert der neue Stadtrat und wahrscheinlich auch der Nachfolger von Bürgermeister Stefan Freitag gewählt. Dieser wechselt an die Spitze der städtischen Beteiligungs-Holding BVG. Archiv

2014 wird in Velbert der neue Stadtrat und wahrscheinlich auch der Nachfolger von Bürgermeister Stefan Freitag gewählt. Dieser wechselt an die Spitze der städtischen Beteiligungs-Holding BVG. Archiv

Dirk Thomé

2014 wird in Velbert der neue Stadtrat und wahrscheinlich auch der Nachfolger von Bürgermeister Stefan Freitag gewählt. Dieser wechselt an die Spitze der städtischen Beteiligungs-Holding BVG. Archiv

Velbert. Nein, ein Kuschelkurs ist das nicht. Mit einem knackigen Satz nach Mitternacht eröffnet Gerno Böll-Schlereth, Vorsitzender von SPD-Ortsverein und Ratsfraktion, den Kommunalwahlkampf.

In der Internet-Gemeinde von Facebook postet er auf seiner Seite, dass die Velberter Verwaltung ein Eigenleben führe. Daraus leitet er ab, dass es an der Zeit sei, einen Bürgermeisterkandidaten ins Rennen zu schicken, der nicht aus der Verwaltung stamme.

„Ich bin der festen Überzeugung, dass es in Velbert Zeit ist für einen Bürgermeisterkandidaten, der nicht aus der Verwaltung kommt.“

Gerno Böll-Schlereth, SPD-Vorsitzender

„Ich wollte eine Diskussion lostreten. Und das ist mir wohl gelungen“, sagt Böll-Schlereth gegenüber der WZ. SMS, Mails – er habe viele Reaktionen auf seine These bekommen. Das Bürgermeisteramt sei ein politisches, das wolle er gestärkt wissen. „Ein Kandidat muss nicht 20 Jahre Verwaltungserfahrung haben“, sagt er. Angesichts der Tatsache, dass das führende Rathaus-Personal – Bürgermeister Stefan Freitag und Beigeordneter Sven Lindemann – demnächst in Geschäftsführerposten bei städtischen Tochtergesellschaften wechsele, „muss der der Verwaltungschef auch ein starkes politisches Gegenüber zu den Stadttöchtern sein“.

Als einen „Schlag ins Gesicht eines Lokalpolitikers“ wertet Böll-Schlereth die Aussage des amtierenden Bürgermeisters Freitag, er sei nie Politiker gewesen und nie einer geworden. „Es gibt keinen unpolitischen Bürgermeister“, so der SPD-Vorsitzende.

Und was meint er mit „Eigenleben in der Verwaltung“? Im WZ-Gespräch beklagt Böll-Schlereth: „Man hat schon das Gefühl, dass einige, wenige Teile der Verwaltung einen Meinungsvorsprung haben, auch um ihre Themen durchzudrücken.“

Der Stadtrat wird für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt. 2014 läuft die aktuelle Wahlperiode aus.

Die Bürgermeister wurden für eine Laufzeit von sechs Jahren in das Amt gewählt. Die neue Landesregierung will aber auch ermöglichen, dass Bürgermeister sich bereits 2014 wieder zur Wahl stellen können, ihre Amtszeit also verkürzen.

Nach der Bundestagswahl im September wolle er die Personaldebatte führen. Er sehe „mindestens zwei Personen“ in seiner Partei, die „Bürgermeister können“. Ob er auch dazu zählt? „Da sage ich nicht Ja, nicht Nein.“ Wichtig sei ihm nur, „dass wir intern beginnen, die Diskussion zu führen“.

Die CDU will sich „frühestens Ende des Jahres“ festlegen

Der neue CDU-Stadtverbandsvorstand, der im Februar gewählt wird, soll sich laut dem aktuellen Vorsitzenden Torsten Cleve mit der Planung für die Kommunalwahl befassen und Kandidaten suchen.

„Aber frühestens Ende des Jahres werden wir Namen nennen, wer für die CDU als Bürgermeister-Kandidat ins Rennen gehen soll“, sagt Cleve. Verwaltungskenntnisse gehören für ihn im Gegensatz zur Auffassung Böll-Schlereths „schon zur Qualifikation“. Schließlich sei der Bürgermeister Chef eines Konzerns „Stadt Velbert“, „da muss man Verwaltungstätigkeit kennen. Man muss aber nicht zwingend aus der Verwaltung kommen“.

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