Polizei suchte mit Großaufgebot nach der Seniorin.

Kreis Mettmann. „Wenn sich die Frau seit Sonntag im Freien aufgehalten hat, besteht Lebensgefahr“, sagte gestern Polizeisprecher Ulrich Löhe. Wie richtig er mit dieser Einschätzung lag, zeigte sich wenige Stunden später, als Mitarbeiter des Grünflächenamts der Stadt Essen die 72 Jahre alte Seniorin halb erfroren in einem Busch in der Nähe des Regattaturms am Baldeneysee fanden.

Seit Sonntag hatte ein Großaufgebot der Polizei, unterstützt von Hunden und Hubschraubern auch im Kreis Mettmann nach der Frau gesucht, die von einem Altenheim in Essen als vermisst gemeldet worden war. Da die leicht demente, aber körperlich rüstige Seniorin bereits am Freitag schon einmal als vermisst gemeldet und später in Velbert-Neviges aufgefunden worden war, ging die Polizei auch diesmal wieder im Kreisgebiet auf Spurensuche.

Die Frau hat die Nacht im Freien verbracht

„Als die Frau gefunden wurde, war sie nicht mehr ansprechbar“, sagte ein Sprecher der Polizei in Essen. „Sie war wohl die ganze Nacht im Freien. Wenn die Arbeiter sie nur wenig später gefunden hätten, wäre sie tot gewesen.“ Nur zufällig sei einer der Arbeiter von der Heckfläche eines Kleintransportes aus auf den Menschen aufmerksam geworden, der da bei deutlichen Minustemperaturen in dem Gebüsch lag.

Dass die Seniorin nach Freitag am Sonntag erneut „unterwegs“ war, lässt sich Meinung des Essener Polizeisprechers nicht verhindern: „Sie können solche Menschen ja nicht einsperren“, sagte er. Zumal die 72-Jährige so gut zu Fuß sei, dass sie auch größere Entfernungen problemlos zurücklegen könne. aram

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