Von Patrizia Labus
Beim Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs in Mettmann gaben 21 Schüler ihr Bestes und entführten Jury und Gäste in Abenteuer- und Detektivgeschichten.
Mächtig stolz sind die 21 Teilnehmer am Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbs im Kreishaus mit Landrat Thomas Hendele.
Mettmann. Ein wenig schnell poltern die Buchstaben zu Beginn noch aus Katherina Kipkes Mund. Doch allmählich gewöhnt sich die Zwölfjährige an das Mikrofon, das vor ihrer Nase steht, und an die vielen Blicke, die im Sitzungssaal des Kreishauses auf sie gerichtet sind.
Jeder hat drei Minuten für seinen ausgewählten Text
Die Hände der Hauptschülerin hören auf zu zittern, und dann lässt sie Gäste, Jury und die anderen Schüler beim Kreisentscheid des Vorlesewettbewerbes in ihr Buch eintauchen.
Drei Minute lang lauschen alle gespannt der Geschichte der „Drei Ausrufezeichen“ Franzi, Kim und Marie – das weibliche Pendant zu den bekannten Detektivgeschichten der „Drei Fragezeichen“.
„Für Mädchen eben“, sagt Katherina zu dem gewählten Text, bevor sie aufs Podium zum Vorlesen geht. Da ist sie offenbar noch ganz cool. „Ich wäre viel nervöser“, sagt auch Referendarin Maren Jahnke-Ouni, die die Schülerin der Hildener Theodor-Heuss-Schule begleitet. „Meine Mutter muss leider arbeiten“, erklärt die kleine Vorleserin und ist sichtlich froh, dass jemand Bekanntes dabei ist.
Unter den anderen Schülern erkennt sie aber schnell noch mehr bekannte Gesichter. So wird die Hildener Gymnasiasten Katja Stuhlträger freudig winkend begrüßt, „wir kennen uns vom Stadtentscheid“, sagt Katherina. Und ihre Sitznachbarin Laura Schulte aus Langenfeld wird schnell zur Verbündeten – oder eben Leidensgenossin.
21 Schüler, die bei den städtischen Wettbewerben als Sieger hervorgingen, sind am Mittwoch beim Kreisentscheid in Mettmann angetreten.
Eine fünfköpfige Jury unter dem Vorsitz von Schuldezernentin Ulrike Haase hat die Vorträge unter den Aspekten Textverständnis, Lesetechnik und Textgestaltung bewertet.
Alle Schüler haben Büchergutscheine erhalten. Die besten Vorleser haben Eintrittskarten für das Neanderthal Museum bekommen und vertreten den Kreis beim Bezirksentscheid. Aus der Gruppe A (Hauptschulen) ist es Laura Schulte (Käthe-Kollwitz-Schule Langenfeld). Aus der Gruppe B (Realschulen, Gesamtschulen und Gymnasien) ist es Ben Lichtenberg (Heinrich-Heine-Gymnasium Mettmann).
Bei Versprechern der anderen Schüler werfen sie sich einen vielsagenden Blick zu, bevor sie aufs Podium schreiten, sprechen sie sich Mut zu. Als für Katherina das Glöckchen läutet, das Zeichen dafür, dass die drei Minuten um sind, atmet die Zwölfjährige erleichtert auf. Geschafft!
Alle 21 Teilnehmer geben ihr Bestes. Bei dem einen kommen die Worte fließender über die Lippen, der andere gerät vor Aufregung manchmal ins Stocken. So unterschiedlich die Vorleser sind, genauso unterschiedlich sind die Bücher: Von bekannten Vampirgeschichten bis hin zu Abenteuerromanen à la Robinson Crusoe ist alles vertreten.
„Ich war doch ganz schön aufgeregt, aber eigentlich bin ich sehr zufrieden. Nur ein- oder zweimal habe ich mich verlesen“, resümiert Katherina am Ende. Das Üben mit ihrer Mutter hat sich gelohnt.
„Ich bin stolz und froh, es bis zum Kreisentscheid geschafft zu haben.“
Schülerin Katherina Kipke, nach ihrem Vortrag bei Vorlesewettbewerb
Die Betonungen stimmten, die wörtlichen Reden hat sie lebhaft und mit wechselnder Stimme vorgetragen. „Vor allem bin ich aber stolz und froh, es vom Vorlesewettbewerb an meiner Schule und in der Bücherei bis hier hin zum Kreisentscheid geschafft zu haben.“ Am Ende reichte es für Katherina aber sogar für den zweiten Platz.




