Von Thomas Reuter
In Wülfrath gingen 8,9 Prozent der evangelischen Gemeindemitglieder zur Presbyteriumswahl, in Düssel 13,2 Prozent.
Wülfrath. Umbruch in Wülfrath – Kontinuität in Düssel: So können die Wahlen zu den Presbyterien in den beiden evangelischen Kirchengemeinden zusammengefasst werden. Eines eint beide: die Enttäuschung über die geringe Zahl der Wähler. Der scheidende Vorsitzende Bernd Jost: „Zweistellig sollte es schon sein.“ Pfarrer Jochen Lütgendorf ist auch etwas enttäuscht: „Mit dem Rückgang der Wahlbeteiligung haben wir in diesem Maß nicht gerechnet“, sagt er.
In Wülfrath standen drei erfahrene Presbyter nicht mehr zur Verfügung
37 Jahre war Bernd Jost Presbyteriums-Mitglied der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde. Die vergangenen acht Jahre war er Vorsitzender des Gremiums. Diesmal stellte er sich nicht mehr zur Wahl. „Nicht, dass irgendjemand mal sagt, der Kerl hört erst auf, wenn er aus Altersgründen sowieso nicht mehr darf“, hatte er unlängst auf der Gemeindeversammlung gescherzt. Doch der Aderlass an Erfahrung ist weiter groß: Auch Kirchmeister Friedrich Vogel und Baukirchmeister Wilhelm Schmahl stehen dem Gremium nicht mehr zur Verfügung.
475 gültige Stimmzettel wurden gezählt – eine Wahlbeteiligung von gerade mal 8,9 Prozent nach 12,65 Prozent im Jahr 2008. Jost kann sich diese geringe Quote nicht erklären. „Vielleicht lag es an den neuen Wahllokalen.“
14 Kandidaten hatten sich um zwölf Plätze beworben. Bis zu zwölf Kreuze hätte jeder Wahlberechtigte machen können. „Davon haben nur wenige Gebrauch gemacht“, sagt Jost. Im Schnitt wurden nur 4,5 Stimmen pro Zettel abgegeben.
Gewählt wurden Rolf vom Bögel, Stephan Brinkmann (neu), Marcus Fritsche, Manfred Hoffmann (neu), Erika Hopp-Jost (neu), Ulrike Hüser, Klaus Jansen, Michael Lobe, Friedhelm Preußner, Ina Priss, Friedemann Schott und Inga Wolf. Als Mitarbeitervertreter sind Susanne Gartmann (Kindergarten Rohdenhaus) und Kirchenmusiker Thomas Gerhold im Gremium. Dazu kommen die Pfarrer Rolf Breitbarth, Ingolf Kriegsmann, Isabell Berner und nominell auch Wolfgang Duthe, der aber unverändert beurlaubt ist. Aus dieser Runde müssen die Ämter wie Vorsitzender und Kirchmeister gewählt werden.
Binnen einer Woche müssen sich die Gewählten erklären, ob sie die Wahl annehmen.
Die neuen Presbyter werden in den Gottesdiensten am 4. März eingeführt.
290 Stimmabgaben bei 2190 Wahlberechtigten – eine Wahlbeteiligung von 13,2 Prozent. „Das ist schade. Beim letzten Mal waren es noch 18 Prozent“, sagt Düssels Presbyteriumsvorsitzender Lütgendorf. Eine Erklärung habe er aber nicht. „Wir haben viel Werbung gemacht.“
Zwölf Kandidaten für elf Plätze standen auf dem Wahlzettel der Evangelischen Kirchengemeinde. Und der letzte Platz im Gremium war heiß umkämpft. Acht Stimmen gaben für Sabrina Geiermann den Ausschlag.
In Düssel ist Sabrina Geiermann (22) neu im Gemeindegremium
Mit 22 Jahren ist sie das jüngste und das einzige neue Mitglied. Petra Kerper scheidet aus. Neben Geiermann im Presbyterium: der bisherige stellvertretende Vorsitzende Horst Bremkamp, die amtierenden Finanzkirchmeister und Baukirchmeister Dieter Belgardt und Lothar Ebert sowie Wolfgang Böhme, Peter Frisch, Sigrid Marschall, Jürgen Paucken, Carmen Simon, Ingrid Switalski und Karin Wichelhaus. Pfarrer Lütgendorf und Mitarbeitervertreterin Ingeborg Marquardt komplettieren die Riege.

