Das Theater Minestrone begeistert mit Kindermusical in der Kathedrale – eine tolle Inszenierung.

Kultur
Großbild Simone Bahrmann

Sie begeisterten in ausverkauften vier Vorstellungen (v. l.) Achim Kirchner als Prinz Protz, Tobias Holitschke als Ritter Rost und Katja Huhn Villela als Burgfräulein Bö.

Wülfrath. Wer würde es nach dieser Inszenierung je bezweifeln: Ritter Rost ist mutig, kühn und vor allem absolut liebenswürdig! Das Theater Minestrone hat mit dem Kindermusical „Ritter Rost und Prinz Protz“ einen Riesen-Treffer gelandet. Charmant, witzig, hoch musikalisch – ein Fest für die ganze Familie, das vollkommen zu Recht viermal in der Kathedrale Schlupkothen ausverkauft war.

Es sind 60 wunderbare Minuten mit viel Esprit. Die Nähe des Publikums zu den Akteuren auf der Bühne ist besonders reizvoll. Fantasievolle Kostüme, herrliche Masken und eine prächtige Kulisse sind weitere Zutaten, die das Musical ebenso zu einem einzigen, qualitätsvollen Spaß machen!

Tolle Stimmen und eine großartige Band

Dass die Darsteller des Kult-Theaters spielen können, ist hinlänglich bekannt. Dass sie aber auch das Musical-Fach so sprühend beherrschen, darf extra hervorgehoben werden. Vor allem Hauptsdarsteller Tobias Holitschke (Ritter Rost), sein Kontrahent Achim Kirchner (Prinz Protz) und die bezaubernde Katja Huhn Villela (Bö) überzeugen mit Volumen und Ausdruck. Auch Sandra Stötzel als urkomischer, verschnupfter Drache Koks – Gott sei dank, es gibt feuerfeste Papiertaschentücher – ist komisch und spritzig.

Ritter Rost liest lieber die Zeitung, als dass er im Haushalt hilft. Burgfräulein Bö ist sauer und geht schließlich mit dem kurzfristig als Diener angeheuerten Prinz Protz auf dessen sauberes Schloss, wo es aber nur Verbote gibt. Schließlich rettet Rost nicht nur seine Bö sondern 99 weitere Burgfräuleins, die einst ebenfalls dem Protz-Appeal erlegen waren.

Es sind die Lieder, die die Geschichte vorantreiben. Der vierköpfigen Live-Band kommt somit eine besondere Rolle in der Aufführung zu. Und das Quartett, das zum Teil unter der Treppe in der Kathedrale kauert, erfüllt diesen Anspruch mit Bravour. Vor allem Schlagzeuger Maik Rotthaus erweist sich nicht nur als rhythmischer Könner, sondern als wahrer Meister des Timings. Er achtet auf die Einsätze, hält das Spiel im Blick und setzt punktgenau seine Mitmusikanten in Szene. Denen ist der Spaß anzusehen. Ein ums andere Mal lachen sie ausgelassen. „So gut hat das bei keiner Probe funktioniert“, sagt der musikalische Leiter und Theater-Vorsitzende Daniel Diekmann hinterher. Kaum zu glauben. . .

Tobiuas Holitischke, Katja Huhn Villela, Sandra Stötzel, Achim Kirchner, Sabine Reiß, Meike Utke, Emma Stötzel, Nina Baer, Brigitte Blum, Annemarie Utke, Patrick Heß, Chiara Hartmann, Albert Luhnen, Uwe Bentz, Daniel Diekmann, Marc-Oliver Teschke, Michaela Peplies, Valentin Mischke, Nadine Schuimer

Maik Rotthaus (Schlagzeug), Alexander Faoro (Gitarre), Christian Erbach (Bass) und Daniel Hoffmann (Keyboard)

Karin Badar, Bühnenbild Uwe Bentz, Technik Sören Krystek.

Karten gibt es für die Gastpiele in Velbert: Sonntag, 9. Oktober, um 14 und 17 Uhr im BiLo (von-Humboldtstraße 53, 42549 Velbert). Vorbestellung unter Telefon 02051 / 2889 316.

Es ist eine mitreißende Darbietung des Theater Minestrone. Das Publikum klatscht begeistert. „Lecker, lecker diese Kost“ – nicht nur von der Oma von Ritter Rost, sondern auch von den Feinschmeckern dieses Ensembles!

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