Von Tabea Krah
Schüler der Hauptschule Wolverothe haben am Dienstag ihr Stück „Max in den Wolken“ auf die Bühne gebracht.
Der Vater von Max (Alexander Schommer, Mitte) ist tot. Kommissarin Köster (Alina Kubatieva, links) und ihr Team versuchen, den Grund herauszufinden.
Wülfrath. „Ich bin 16 Jahre alt, 1,80 Meter groß, meine Mutter ist in der Psychiatrie, mein Vater tot, meine Schwester ist momentan woanders geparkt. Darf man da verliebt sein?”, fragt sich Hauptdarsteller Max, gespielt von Alexander Schommer (15). Zum Glück ist das alles nur Theater.
Ein ganzes Jahr lang haben die Schüler der Hauptschule Wolverothe geprobt, am Dienstag wurde dann die Premiere gefeiert. Sie präsentierten „Max in den Wolken” – ein Stück nach einem Jugendroman von Karen-Susan Fessel. Da das Theaterprojekt dieses Jahr nicht mehr durch Subventionen gefördert wird, wurden die Kosten nun vom Förderverein getragen.
Das Projekt wurde im Rahmen der Arbeitslehre veranstaltet und gehört so zum Pflichtunterricht. Schulleiterin Ulrike Preuss: „Die Schüler lernen auf diese Weise, wie man sich präsentiert und wie man wirkt, denn der Auftritt später im Beruf ist von großer Bedeutung.”
Professionelle Theaterpädagogin sorgt für den letzten Schliff
„Für dieses Projekt haben wir uns auch wieder eine professionelle Theaterpädagogin geleistet. Ute Kranz gibt fachliche Beratung und hilft den Jugendlichen, mal richtig ins Theater hinein zu schnuppern”, sagt Regieleiterin Walburga Lambrecht. Dieses Jahr ist vieles neu: Boris Pollklesener (17) hat sich dafür eingesetzt, eine Schulband zu gründen. Mit der Hilfe von Rebecca Kretschmer konnte auch dies ins Theaterstück integriert werden. Zudem spielt Jana Martin (15) Hanja, eine der Hauptpersonen, die im Stück eine Sängerin ist. Für die Schülerin sicher eine besondere Herausforderung, live zu singen.
Schauspieler bringen die Emotionen „echt gut rüber“
Das eineinhalb Stunden lange Stück hat dem Publikum gut gefallen: „Ich habe die letzten drei Jahre selbst bei dem Projekt mitgemacht. Dieses Jahr war ich Zuschauerin und fand es wieder einmal super. Vor allem die Liebesgeschichte fand ich toll, die Emotionen haben die Schauspieler echt gut rübergebracht“, sagt Cynthia Jagus (17).
In dem Stück geht es um Max, dessen Vater erschossen wurde. Seit jeher ist alles anders. Seine Freundin Hanja macht ihm Mut, sich mit seinen Erinnerungen und Fragen auseinanderzusetzen. Freunde helfen ihm, mehr über die Vergangenheit zu erfahren und den Grund für den Tod seines Vaters herauszufinden.
Weitere Aufführungen gibt es am Mittwoch um 10 Uhr und um 19 Uhr sowie am Donnerstag um 10 Uhr im evangelischen Gemeindehaus am Pütt.
Tickets sind im Schulbüro oder an der Theaterkasse für Jugendliche zum Preis von drei und für Erwachsene zum Preis von sechs Euro erhältlich.
Und nicht nur das Publikum hielt viel von dem Projekt. Alina Kubatieva (15): „Ich bin jetzt das erste Mal dabei. Ich habe mich im Bereich Arbeitslehre für Theater entschieden, da ich schon immer mal ausprobieren wollte, wie das so ist, wenn man selbst auf der Bühne steht. Ich denke, dass ich durch dieses Projekt jetzt lockerer vor Menschenmassen sprechen kann.”
Jana Martin (15) freut sich schon auf die nächste Aufführung: „Mir macht es viel Spaß auf der Bühne zu stehen. Vor der Aufführung bin ich immer total aufgeregt, aber auf der Bühne ist es dann wie weggeblasen. Bei dem Projekt konnte man viel lernen, wie zum Beispiel das laute Sprechen.”
Alexander Schommer (15) gibt zu: „Hinter der Bühne war totales Chaos. Wir hatten auch ab und zu kleine Texthänger, doch Ute Kranz hat uns immer wieder verdeutlicht, dass man in solchen Situationen einfach irgendetwas sagt, was passt. Das haben wir auch in die Tat umgesetzt und konnten kleine Unsicherheiten einfach überspielen.” Boris Pollklesener (17) bestätigt, dass sie viel Spaß hatten: „Wir kommen alle super miteinander aus.”




