Beim Tag der offenen Tür an der Bergstraße wird deutlich, dass Eltern immer noch sehr unsicher sind.

Im Technikraum konnten sich die Viertklässler und ihre Eltern anschauen, wie Holzautos gebaut werden. In den Räumen der heutigen Realschule soll die neue Sekundarschule im Sommer starten.
Im Technikraum konnten sich die Viertklässler und ihre Eltern anschauen, wie Holzautos gebaut werden. In den Räumen der heutigen Realschule soll die neue Sekundarschule im Sommer starten.

Im Technikraum konnten sich die Viertklässler und ihre Eltern anschauen, wie Holzautos gebaut werden. In den Räumen der heutigen Realschule soll die neue Sekundarschule im Sommer starten.

Simone Bahrmann

Im Technikraum konnten sich die Viertklässler und ihre Eltern anschauen, wie Holzautos gebaut werden. In den Räumen der heutigen Realschule soll die neue Sekundarschule im Sommer starten.

Wülfrath. „Wird es in Wülfrath wirklich eine Sekundarschule geben?“ Fragen wie diese zeigten beim Tag der offenen Tür für die neue Sekundarschule, dass der Informationsbedarf vieler Eltern immer noch groß ist.

Bislang konnten sich Familien hauptsächlich bei Veranstaltungen im Rathaus ein Bild von dem neuen Schulkonzept machen, indem die Real- und die Hauptschule aufgehen sollen. Am Samstag präsentierte die Sekundarschule erstmals ihre zukünftigen Räume am Standort der Realschule an der Bergstraße. Dort soll Wülfraths Sekundarschule als eine dreizügige Ganztagsschule errichtet werden.

Wie genau die Praxis aussehen wird, ist vielen noch unklar

„Die Sekundarschule kommt, das ist sicher!“, sagte Realschulleiter Frieder Winterberg bei der Begrüßung im Silentium-Raum. Bei den anwesenden Familien warf das viele Fragen auf: Wer wird dann die Leitung der Schule übernehmen? Bleibt das Lehrerkollegium der Realschule auch in der Sekundarschule bestehen? Wie wird der Schulalltag in der Praxis umgesetzt werden?

Einiges werde sich ändern, vieles aber auch weiterhin in der Sekundarschule bestehen, entgegnete Winterberg. „Wer die Leitung übernimmt, ist noch unklar. Das Lehrerkollegium wird aber Bestehen bleiben und mit den Jahren und dem Bedarf sukzessive erweitert.“

Konrektorin Renate Deibl-Grobeschmidt erklärte grob das Konzept der neuen Schule: Längeres gemeinsames Lernen, Ganztagsunterricht zunächst an drei Tagen, keine Erprobungsstufe mehr und eine Neigungs- und Fachdifferenzierung ab der 7. Klasse gehören dazu. „Bekehren oder missionieren“ wollte Winterberg an diesem Vormittag niemanden: „Es wäre schön, wenn sie heute das Gefühl bekommen: Hier könnte sich mein Kind wohl fühlen“, sagte er.

Vom 4. bis 6. Februar (Montag und Dienstag von 8 bis 12 und 15 bis18 Uhr, Mittwoch nur von 8 bis 12 Uhr) werden im Ratsaal des Rathauses, Am Rathaus 1, die Anmeldungen für das neue Schuljahr angenommen.

Eine Chance in der neuen Schulform sieht Daniel Katt, der seinen Sohn für die Sekundarschule anmelden wird. „Lieber wäre mir zwar der Erhalt der üblichen drei Schulformen gewesen, aber jetzt kommt die Sekundarschule, und wir akzeptieren diese Entwicklung“, sagte Katt. „Wichtig ist uns, dass unserem Sohn an dieser Schule viele Möglichkeiten für Spezifizierungen und Schulabschlüsse offenbleiben.“

Realschule präsentierte ihr aktuelles Angebot

Nach der Begrüßung konnten Eltern und Viertklässler im Probeunterricht und bei der Vorstellung von Fächern vorerst nur die Realschule näher kennenlernen. Da das Konzept der Sekundarschule erst mit Beginn des neuen Schuljahres umgesetzt wird, floss die Präsentation von neuen Lerninhalten oder Unterrichtsgestaltungen beim Tag der offenen Tür noch nicht mit ein.

Bei einem Besuch im Deutschunterricht der integrativen fünften Klasse der Realschule äußert Andrea Drews Zweifel: „Ich finde die Idee des langsamen Lernens gut, nur mache ich mir Sorgen, ob mein Sohn für einen Wechsel auf das Gymnasium dann auch genügend gefördert wird.“ In der Klasse von Lehrerin Ina Planteur sitzen auch sieben Kinder mit Körper- oder Lernbehinderungen. „Dass Kinder mit unterschiedlichem Leistungsniveau gemeinsam unterrichtet werden, ist nichts Neues“, sagte Planteur.

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