Von Tom Krebs
Die Initiative plant ein Geschäft, das von Bürgern getragen werden soll.
Noch ist das Schlecker-Schild am Haus Niedertor 1 zu sehen. Als Nachfolger ist ein Dorfladen geplant.
Kurt LübkeNoch ist das Schlecker-Schild am Haus Niedertor 1 zu sehen. Als Nachfolger ist ein Dorfladen geplant.
Oedt. Ein Dorf- und Bauernladen im Zentrum – diesen Plan verflogt die Initiative „Perspektiven für Oedt“. Im 250 Quadratmeter großen Ladenlokal am Niedertor 1, wo bis Ende Juni Schlecker ansässig war, plant die Bürgerinitiative „einen Laden von Oedtern für Oedter“. Dieser soll von einer aus Bürgern bestehenden Genossenschaft betrieben werden. „Im Frühjahr 2013 könnte die Eröffnung sein“, sagt Perspektiven-Mitglied Georg Fasselt.
„Das Thema Einkaufen beschäftigt alle Oedter seit Jahren.“
Volkmar Josten, Koordinator der „Perspektiven für Oedt“
Vor fünf Jahren schloss der Spar-Supermarkt, An der Kleinbahn. Seitdem fehlt eine größere Einkaufsmöglichkeit im Ort. Am ehemaligen Spar-Markt war zuletzt ein Kölner interessiert, der von diesem Vorhaben jedoch im Mai Abstand nahm. Zu diesem Zeitpunkt war bereits ein Netto-Markt auf dem Girmesgelände im Gespräch. Ein Konsortium, darunter der Kempener Unternehmer Jürgen Hamelmann, will dort eine Filiale des Discounters bauen. Konkrete Pläne gibt es bislang nicht.
„Das Thema Einkaufen beschäftigt alle Oedter seit Jahren“, sagt Volkmar Josten, Sozialamtsleiter und „Perspektiven“-Koordinator. Er erarbeitete das Konzept „von Oedtern für Oedter“ nach dem Schlecker-Weggang. „Die zentrale Lage ist für dieses Vorhaben ideal“, sagt Josten. Dort soll es unter anderem Obst und Gemüse geben, Lebens- und Genussmittel. „Mindestens ein Drittel sollen Kosmetika und Hygieneartikel einnehmen“, ergänzt Josten.
Die Initiative sucht zunächst kompetente Mitstreiter
Zunächst sucht die Initiative Unterstützung durch die Oedter, damit eine Genossenschaft überhaupt gegründet werden kann. „Ziel ist es, gemeinsam Zeit in die Zukunft des Ortes und damit in die Verbesserung der eigenen Lebenssituation zu investieren“, sagt Fasselt. Josten ergänzt: „Idealerweise unterstützen uns Kompetenzträger, also Fachleute wie Buchhalter, Steuerberater oder Menschen mit Erfahrung in Lebensmittel- oder Einzelhandel.“
Sind genug Mitstreiter gefunden, soll eine Genossenschaft gegründet und ein Vorstand gewählt werden. Danach geht’s konkret um Mietvertrag und die Akquise von Mitarbeitern. „Die Rendite ist dann eine zentral gelegene Einkaufsmöglichkeit vor Ort, die den Bedürfnissen der Oedter entspricht“, sagt Josten.
Der Spar-Supermarkt, An der Kleinbahn, wurde vor fünf Jahren geschlossen. Seitdem gibt’s nur noch den Lebensmittelladen Draack an der Johannes-Girmes-Straße. Über eine Netto-Filiale auf dem Girmesgelände wird gesprochen.
Bürger treten einer Genossenschaft bei und kaufen dafür in dem neuen Laden ein. „Die Rendite ist eine Einkaufsmöglichkeit vor Ort“, sagt Volkmar Josten.
Bis Ende Juni war Schlecker der Mieter der 250 Quadratmeter am Niedertor 1.
Am Sonntag stehen die Perspektive-Mitglieder an ihrem Stand auf dem Kirmesplatz von 11 bis 18 Uhr für Gespräche zur Verfügung.
Der vom Eigentümer der Immobilie am Niedertor 1 beauftragte Kempener Makler Frank Markus ist an einem „langfristigen, soliden Mietverhältnis“ interessiert. „Unser Bestreben ist es, den Ortskern zu beleben“, sagt er. Einem „Laden von Oedtern für Oedter“ steht er interessiert und offen gegenüber. Jetzt sind aber zunächst ’mal die Bürger gefragt: Erst mit ihrer Hilfe wird es einen Dorf- und Bauernladen im Zentrum von Oedt geben.
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