In der vorerst letzten Folge stellt die WZ den Innenhof des Franziskanerklosters vor. Vor allem Konzerte hauchen diesem Ort Leben ein.

Tagsüber ist es im Innenhof des Franziskanerklosters eher ruhig. Doch wenn es Konzerte gibt – dann ist die besondere Atmosphäre des Ortes zu spüren.
Tagsüber ist es im Innenhof des Franziskanerklosters eher ruhig. Doch wenn es Konzerte gibt – dann ist die besondere Atmosphäre des Ortes zu spüren.

Tagsüber ist es im Innenhof des Franziskanerklosters eher ruhig. Doch wenn es Konzerte gibt – dann ist die besondere Atmosphäre des Ortes zu spüren.

Friedhelm Reimann

Tagsüber ist es im Innenhof des Franziskanerklosters eher ruhig. Doch wenn es Konzerte gibt – dann ist die besondere Atmosphäre des Ortes zu spüren.

Kempen. Ein Ort, an dem unter freiem Himmel leisen Klängen gelauscht und zu lauter Musik mitgewippt wird, an dem gelacht und gesungen, applaudiert und gepfiffen wird: Im Innenhof des Kulturforums findet Vielseitiges statt – von Klassik, Pop und Rock, über Comedy bis hin zu Kabarett.

Auf der Bühne im 625 Quadratmeter großen Hof präsentieren sich seit rund 30 Jahren Szene-Neulinge, nationale Größen sowie renommierte Künstler aus aller Welt – in barocker Atmosphäre. Auf geschwungenen anthrazitfarbenen Treppenabsätzen liegen dann rote Sitzkissen, im Gerund in der Mitte stehen Stühle. Für Gemütlichkeit sorgt die indirekte Beleuchtung des Grüns an den hellgelben Fassaden von Paterskirche und Franziskanerkloster. „Ein Glas Wein gehört natürlich auch dazu“, sagt Elisabeth Friese, Leiterin des Kulturforums.

„Eine Amsel im Hof begann auf die Melodie der Klarinette zu antworten.“

Elisabeth Friese, Kulturamtsleiterin

Durch die vier Wände und das fehlende Dach entsteht ein einzigartiger Klangraum, den Zuschauer und Künstler zu schätzen wissen. „Eines der schönsten Ereignisse für mich hier im Klosterhof war der Auftritt des argentinischen Klarinettisten Giora Feidman“, erinnert sich Friese. „Es war ein wunderbarer lauer Sommerabend und eine Amsel im Hof begann auf die Melodie der Klarinette zu antworten. Feidman bemerkte das und spielte daraufhin mit der Amsel im Duett. Diese zarte Korrespondenz war so bewegend, da läuft’s mir heute noch kalt den Rücken runter.“ Ähnliches geschah, so Friese, auch zur Jazz-Musik des britischen Posaunisten Chris Barber: „Die Vögel begannen zu trillern.“

„Mit einer Art Schiebedach könnten wir mehr Veranstaltungen in den Hof legen.“

Elisabeth Friese

Weitere Highlights: „Natürlich Götz Alsmann, der den Innenhof schon mehrmals zum Platzen brachte, das große Fest zur Ehrenbürgerschaft Karl-Heinz Hermans’, die Verabschiedung von Karl Hensels als Bürgermeister und die Verleihung der Thomas a Kempis Ehrenstele an Jean-Claude Juncker vor zwei Jahren.“ Regelmäßig genutzt wird der Hof auch für Empfänge nach standesamtlichen Trauungen im Rokoko-Saal.

Dass es auch bunt und schrill werden kann bewies 2007 der Entertainer Kay Ray. Der Kabarettist und Paradiesvogel ließ mit Coversongs von Cindy Lauper und Co. lautstark die 80er-Jahre aufleben und rief damit sogar die Polizei auf den Plan.

Wer hoffte, am Freitag Cécile Verny (Foto: Oliver Look) und ihrem Quartet im Innenhof des Franzikanerklosters lauschen zu können, der wird enttäuscht. Wie die Stadt gestern mitteilte, wird das Jazz-Konzert wegen der großen Nachfrage in die Paterskirche verlegt.

Vielleicht klappt es, das Gitarrenkonzert von Joaquin Clerch wie geplant open-air zu veranstalteten. Der Kubaner gastiert am 14. September in Kempen.

Beide Konzerte beginnen um 20 Uhr. Karten zu 14,50 Euro, ermäßigt elf Euro, gibt es im Kulturforum, Burgstraße 19, Tel. 02152/917 264, E-Mail:

kartenverkauf@kempen.de

Auf die Wetteraussichen war bisher meistens Verlass, nichtsdestotrotz wünscht sich Elisabeth Friese mehr Unabhängigkeit. „Mit einer Art Schiebedach könnten wir mehr Veranstaltungen in den Hof legen.“ Und das aus guten Gründen . . .

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