Absage: Werbering und VVV wollen erst weiter machen, wenn der Platz am alten Rathaus fertig ist.
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Friedhelm Reimann
Gut besucht war der Adventsmarkt im Ingenhovenpark im vergangenen Jahr.
Lobberich. Sieben Mal in Folge fand der Adventsmarkt Lobberich im Ingenhovenpark statt. Doch für die Ausgabe 2007 sieht es ganz schlecht aus. Denn Organisator Robert Hellmann wird in den nächsten Monaten durch den Bau seines Krematoriums in Leuth ausgelastet sein.
Dies teilte nun Norbert Backes, Vorsitzender des Lobbericher Werbering und Organisator des alle zwei Jahre stattfindenden "Ferkesmarktes", der WZ mit.
1979 organisierte der Werbering Lobberich den ersten Weihnachtsmarkt. Schon damals machten nicht alle Einzelhändler mit. Die Trägerschaft wechselte jährlich - genau wie die Zahl der mitmachenden Geschäfte.
Dann schlief der Weihnachtsmarkt ein. Schließlich entwickelte Schreinermeister und Bestatter Robert Hellmann die Idee vom "Adventsmarkt im Ingenhovenpark". Im Dezember 2000 war Premiere. Träger war der Verkehrs- und Verschönerungsverein Lobberich.
Norbert Backes: Weihnachtsmärkte im jährlichen Wechsel organisieren
Robert Hellmann bestätigte der WZ: "In sechs bis acht Wochen werde ich mit dem Bau des Krematoriums in Leuth beginnen. Dann kann ich mich nicht so wie bisher dem Adventsmarkt widmen. Das habe ich VVV und Werbering früh mitgeteilt." Doch seiner Meinung nach ist noch nicht alles zu spät: "Wenn einige Leute mehr als bisher mit anpacken, müsste das noch machbar sein."
Die Lobbericher haben aber nicht nur personelle Probleme mit der Veranstaltung. "Es gab immer wieder Beschwerden von Seiten der Stadt, weil die schweren Bau- und Pack-Fahrzeuge im Ingenhovenpark tiefe Spuren hinterlassen haben", so der VVV-Vorsitzende Christian Weisbrich. Der Verein habe jährlich vierstellige Beträge für die Beseitigung der Schäden an Rasen und Wegen bezahlt.
Deshalb sind die Verantwortlichen auf der Suche nach einer Alternative. Und die hat Werbering-Chef Backes schon seit längerem im Auge: "Der Markt vor dem historischen Rathaus ist ideal. Nach der Umgestaltung bietet er auch noch mehr Platz, weil die Busspuren verschwinden."
Auch Weisbrich kann sich diesen Ort sehr gut als neuen Weihnachts-Marktplatz vorstellen. Das Fest "500 Jahre Marktrechte Lobberich" habe gezeigt, dass sich diese Lokalität hervorragend für solche Feste eigne.
Der VVV Lobberich hat die Kostenträgerschaft für den Umbau des Marktes übernommen. Weisbrich: "Ein erneut gestellter Antrag auf Städtebaufördermittel scheint aussichtsreich."
Wenn die Mittel bewilligt werden, könnte 2008 gebaut werden. Und spätestens 2009 dort der Adventsmarkt gefeiert werden. "Wenn alles sehr gut läuft, wäre es vielleicht schon 2008 möglich", meint Backes.
Der Vorsitzende des Lobbericher Werberings hat noch eine weitere Vision: Weihnachtsmarkt im jährlichen Wechsel in den drei größten Stadteilen. Mal in Breyell, Lobberich und Kaldenkirchen. "Der Nettetaler Tulpensonntagszug-Rhythmus sollte auch für die Weihnachtsmärkte funktionieren", meint Backes.
Sprich: Alle drei Jahre in einem anderen Stadtteil ein Nettetaler Weihnachtsmarkt. Doch auf Gegenliebe stößt Backes mit diesem Vorschlag nicht . . .
Das sagen die anderen Veranstalter
Kaldenkirchen Fritz Schouren, Vorsitzender Werbering Kaldenkirchen aktiv: "Von der Drei-Jahres-Lösung halten wir im Moment gar nichts. Wir sind sehr gut aufgestellt, haben jeweils einen Ausschuss und aktive Mannschaften für das Frühlingsfest und unser Lichterfest."
Wenn niemand mehr bereit sei diese Arbeit jährlich zu schulten, sei die von Lobberich vorgeschlagene Drei-Jahres-Lösung "eine Idee für die Zukunft, eine Option, die wir für sehr viel später nicht ausschließen können".
Zudem gibt Schouren, der 1976 auch Stadtprinz war, zu bedenken: "Die Weihnachtsmärkte kann man nicht mit dem Tulpensonntagszug vergleichen. Mit Lichterfest, Advents- oder Christkindl-Markt präsentiert sich der Einzelhandel eines Stadtteils."
Breyell Herbert Fußangel, 2.Vorsitzender Werbering Breyell: "Von der Lobbericher Lösung halten wir überhaupt nichts. Den Breyeller Christkindl-Markt gibt’s schon 30 Jahre. Jährlich."
Allerdings könne man sich wohl vorstellen, beim Lobbericher Ferkesmarkt mitzumachen. Und auch beim Frühlingsfest in Kaldenkirchen.