Der Fall der verschwundenen Marokkaner ist noch immer nicht gelöst.

Justitia freigestellt Freisteller
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Grenzland. Der 50-jährige Verdächtige ist ein freier Mann. Am 30. Oktober 2012 war der Niederländer mit Wohnsitz in Brüggen-Bracht in einem Autohaus in Viersen-Dülken durch Spezialeinsatzkräfte der Polizei festgesetzt worden. Die handelten im Auftrag der niederländischen Polizei aus Noord-Limburg.

An diesem Tag waren der 50-Jährige und ein 38-Jähriger aus Baarlo verhaftet worden, weil man ihnen die Beteiligung an einem Mord im Jahr 2006 vorwarf. Schon kurz nach der damaligen Tat waren der Brachter und der Niederländer sowie der damals noch minderjährige Sohn des Brachters ins Visier der Ermittler geraten. Nur hatte man ihnen eine Beteiligung an der Tat nicht nachweisen können. Ein Geständnis gab es ebenfalls nicht.

Es geschah in einer Nacht im Mai des Jahres 2006

Darum geht es: In der Nacht vom 10. auf den 11. Mai 2006 waren Fouad Bendella und Karim Fourkour, damals 19 und 23 Jahre alt, spurlos verschwunden. Dass die beiden jungen Marokkaner tot sein könnten, nahmen die Ermittler von Anfang an an. Denn an einer Hanfplantage hinter einer Kneipe in Venray hatten sie bei einer Durchsuchung Blutspuren gefunden.

Viel Blut, das eindeutig den beiden Vermissten zuzuordnen war. Die Männer jedoch blieben verschwunden – bis zum heutigen Tag. Die Ermittler vermuteten, dass die Verschollenen in die Plantage einbrechen und stehlen wollten, möglicherweise habe es Streit um die Ernte gegeben.

Der Brachter hatte schon einige Monate in U-Haft gesessen

Der Brachter hatte die Zeit von November 2006 bis März 2007 im Untersuchungsgefängnis verbracht, war aber dann aus Mangel an stichhaltigen Beweisen wieder freigelassen worden. Der Prozess gegen ihn war bereits vorbereitet gewesen, dann aber in letzter Minute abgeblasen worden.

Seine Anwälte hatten da schon versucht, die Akten in diesem Fall endgültig schließen zu lassen. Das gelang damals nicht – und heute auch nicht. Zwar setzten die Richter den Mann auf freien Fuß und erklärten, dass erneute Untersuchungshaft zurzeit kein Thema sei. Allerdings bleibe er ein Verdächtiger, und falls es neue Beweise gebe, werde man ihn auch erneut festnehmen.

Was die Ermittler nun im Oktober an der Hand hatten, um die spektakuläre Festnahme in Deutschland anzuordnen, ist bis jetzt unklar. Das Warten auf Beweise geht weiter.

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