Im Prozess gibt es neue Untersuchungen

Grenzland. Für Dienstag war das Urteil in einem bizarren Nachbarschaftsstreit in den Niederlanden erwartet worden. Vor dem Gericht in Roermond stand Gijsbert R. (60). Er war im Juni 2012 bei Roermond mit Molotowcocktails auf Polizisten und Ordnungsamtsmitarbeiter losgegangen, hatte brennende Flüssigkeiten auf sie geschleudert. Die Staatsanwaltschaft hatte acht Jahre Haft wegen versuchten Mordes an sechs Polizeibeamten gefordert. Den Richtern reichte aber nicht, was bislang vor Gericht erörtert worden war. Ihrer Meinung nach hatte die Vorgeschichte, die zu den Ereignissen am 21. Juni führte, zu wenig Beachtung gefunden.

Im März soll das Verfahren vor Gericht fortgesetzt werden

Darum geht’s: Seit mehr als 13 Jahren lag R. im Streit mit seinen Nachbarn, den Bewohnern eines Wohnwagencamps. Der Konflikt aus der Rubrik „Maschendrahtzaun“ eskalierte. Es soll Drohungen gegeben haben, auch sollen die Hühner von R. tot im Garten gelegen haben. R. hatte sich nach eigenem Bekunden immer wieder hilfesuchend an die Gemeinde gewandt. Die habe aber nichts getan.

Im Gegenteil. Als er eine Hecke um sein Grundstück gepflanzt habe, um besser gegen seine Nachbarn abgeschottet zu sein, habe man R. mitgeteilt, dass das nicht zulässig sei. An jenem Tag im Juni dann wollte die Gemeinde die Hecke zwangsweise roden lassen.

Die sechs verletzten Beamten hatten insgesamt 18 500 Euro Schadenersatz gefordert. Über diesen Antrag ist noch nicht entschieden. In den restlichen Anklagepunkten wird nun zunächst weiter ermittelt, im März soll es vor Gericht weitergehen. Bis dahin bleibt R., der schon sieben Monate „sitzt“, weiter in Haft.

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