Landwirte im Grenzland sind nach der Brand-Serie im Jahr 2009 erneut beunruhigt.

Feuer
Großbild Ahlen

Die Feuerwehr kämpfte fünf Stunden lang gegen die Flammen.

Schwalmtal. Fünf Stunden lang haben 50 Feuerwehrleute gegen den Brand gekämpft. Am Ende konnten sie vieles retten, aber eine Lagerhalle samt Inhalt auf einem Bauernhof im Schwalmtaler Ortsteil Dilkrath wurde ein Raub der Flammen.

Die Alarmierung kam um 0.28 Uhr in der Nacht zu gestern. Aus dem Dach der offenen Lagerhalle schlugen die Flammen, die Eternit-Platten platzten mit lautem Knall ab. Ein Anhänger, auf dem der betroffene Landwirt Strohballen geladen hatte, die kurzfristig verkauft werden sollten, brannte lichterloh. Einen weiteren Anhänger mit Beregnungs-Zubehör für die Felder konnten die Helfer gerade noch aus der Halle ziehen. An ihm waren bereits die Reifen verbrannt, aber der Schlauch blieb unversehrt.

Als erstes aber führten die Landwirtsfamilie, Verwandte und Nachbarn die rund 20 Kühe aus dem gegenüberliegenden Stall. Auch ein ganz kleines Kälbchen musste mit umziehen. Unter dem Dach des Kuhstalls lagerten noch deutlich mehr Strohballen als in der brennenden offenen Halle.

Die Feuerwehr kühlte das Stalldach und verhinderte, dass dieser Bau durch Funkenflug auch angezündet wurde. Stroh, Heu und landwirtschaftliches Gerät in der betroffenen offenen Halle gegenüber konnte sie aber nicht mehr retten.

Nachdem der Brand unter Kontrolle war, zogen Landwirt und Wehrleute den Anhänger mit den brennenden Ballen aus der Halle heraus und löschten im Freien weiter. Die Löscharbeiten dauerten bis in die Morgenstunden – gegen halb sechs kam erst die Meldung: Feuer endgültig aus.

Es gibt noch keinen Tatverdächtigen

Was die Menschen beunruhigt: Im Jahr 2009 hatte es eine Serie von Scheunen- und Strohmieten-Bränden gegeben. Damals war eine regelrechte Angst unter den Bauern im Grenzland umgegangen – jeder fürchtete, der nächste zu sein. Unrühmlicher Höhepunkt dieser Brandserie war am 6. April 2009 der Brand auf einem Gehöft in Boisheim. Dabei waren drei Pferde gestorben.

Nach langem Hin und Her hatte die Polizei am 4. Juli 2009 einen damals 18-jährigen Mann festnehmen können. Er gestand einige der Taten, wurde verurteilt. Seit einigen Wochen hat er seine Strafe abgesessen, ist wieder zu Hause – in Dilkrath.

Nach ersten Ermittlungen der Polizei ist klar: Die Lagerhalle ist in der Nacht zum Montag angezündet worden. Aber: „Einen Tatverdächtigen haben wir noch nicht“, sagt Polizeisprecher Bernd Klein. Wir ermitteln in alle Richtungen.“ Dennoch hat die Polizei den jungen Dilkrather, der damals der Täter war, noch in der Nacht festgenommen. Allerdings, wie Klein betont, nicht wegen der aktuellen Brandstiftung.

Man habe bei der Überprüfung festgestellt, dass er wegen eines anderen Delikts zur Fahndung ausgeschrieben sei. Welches das sei, könne er nicht sagen. Die zuständige Staatsanwaltschaft Mönchengladbach will heute Auskunft über die Zusammenhänge geben. In keiner Weise sei damit geklärt, ob der Dilkrather in diesem Fall als Täter in Frage komme oder ob die Tat von jemand anderem begangen worden sei, sagt Klein.

Um den oder die Täter zu fassen, haben die Ermittler auch einen Zeugenaufruf gestartet. Wer vor dem Ausbruch des Brandes verdächtige Personen beobachtet habe, möge sich unter 02162/3770 mit der Polizei in Verbindung setzen. ahl

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