In Elmpt herrscht Ratlosigkeit. Der frühe Zeitpunkt überrascht Parteien.

Marianne Lipp (Grüne) ruft nach den Bürgern.
Marianne Lipp (Grüne) ruft nach den Bürgern.

Marianne Lipp (Grüne) ruft nach den Bürgern.

Die Javelin Barracks, der frühere Briten-Flugplatz in Elmpt. Was dort nach dem Abzug der Soldaten entsteht, ist noch vollkommen offen.

Hermann Meyer (SPD) ruft nach einem Arbeitskreis.

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Marianne Lipp (Grüne) ruft nach den Bürgern.

Elmpt. Die letzte Scheibe der britischen Salamitaktik ist angeschnitten. Nach endlosen Gerüchten um einen Abzug der Streitkräfte aus Elmpt und einer ersten Ankündigung im September ist es jetzt amtlich:

"Die britische Regierung bestätigte heute, dass das Hauptquartier des Alliierten Schnellen Eingreifkorps (HQ ARRC) und seine direkten Unterstützungselemente ihren Standort von Mönchengladbach nach Großbritannien verlegen werden".

So lautet der erste Satz einer Presseerklärung, die den Abzug erläutert. Mit dem "Sommer 2010" nennt sie einen Termin, der deutlich früher ist als das, womit man bisher gerechnet hatte.

"Darauf sind wir überhaupt nicht vorbereitet"

Der Niederkrüchtener CDU-Vorsitzende Jürgen Lasenga möchte aus der Mitteilung lieber nicht 2010 als Abzugsdatum auch für Elmpt, für die Fernmeldeeinheit in den Javelin Barracks, dem ehemaligen Flugplatz, lesen. "Das wäre extrem früh, darauf sind wir gar nicht vorbereitet", sagt er. "Die Herausforderung ist ohnehin sehr groß, wir hatten aber mit 2012 bis 14 gerechnet."

"Wir wissen noch gar nicht, was dort entstehen soll"

Die gemeinsamen Gutachten mit Mönchengladbach und andere Aktivitäten seien g in der ersten Phase. "Wir wissen noch gar nicht, was dort entstehen soll. Ich kann mich heute auf keinen Fall darüber freuen."

In den Javelin-Barracks in Elmpt sind 2680 Militärs, zivile Beamte und Familienangehörige betroffen. 350 Zivilbeschäftigten droht der Job-Verlust.

Betroffen vom Abzug der Briten wäre auch das Allgemeine Krankenhaus in Viersen. Dort werden seit Mitte der 90er Jahre Soldaten der britischen Streitkräfte am Niederrhein und deren Angehörige behandelt. Rund 1500 Patienten im Jahr sind Briten.

"Es ist allerhöchste Zeit, dass sich der Arbeitskreis, den wir gegründet haben, endlich trifft", sagen Grünen-Sprecherin Marianne Lipp und SPD-Chef Hermann Meyer. Noch vor den Ferien. "Dann müssen wir mit Land und Bund klären, was wir machen können, welche Zuschüsse es gibt", so Meyer. "Denn das kriegen wir finanziell alleine nicht hin."

Er denke auch an Dinge wie die Infrastruktur: "Gas, Wasser, Strom - das muss alles überprüft werden." Die guten Freizeitanlagen der Engländer Schwimmbäder, Golfplatz oder die erst zwei Jahre alte Turnhalle, möchte er schnellstmöglich nutzen. "Und nach der Bestandsaufnahme einen finanziell potenten Partner suchen, der etwas mit uns auf die Beine stellt."

Was, da hat Marianne Lipp einige Ideen: "Was da ist, nutzen und nicht sinnlos abreißen." Ihr schweben Tourismus und "sanftes" Gewerbe vor. Vor allem aber sollen die Bürger mitentscheiden: "Wir wollen schon lange eine Zukunftswerkstatt 2020."

Der stellvertretende FDP-Vorsitzende Michael Otto hofft, "dass alle Ratsfraktionen und der Bürgermeister gemeinsam anpacken". Als FDP wolle man Kontakt zu den Bundes- und Landtagsabgeordneten halten: "Wir hoffen auf deren Mithilfe".

"Das geht flotter als gedacht", sagt Beigeordneter Klaus Blech. Er sei sicher, dass 2010 nur für Gladbach gemeint sei, Elmpt später drankomme: "Trotzdem müssen wir sehen, dass wir voran kommen. Das machen wir auch. Es ist alles in Vorbereitung."

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