Martin Stappen wollte gute elektronische Musik nach Viersen bringen. Nun muss er sein Projekt einstellen.

Martin Stappen hat Ärger mit der Firma Apple wegen des Titels seiner Partyreihe „Prostitunes“.
Martin Stappen hat Ärger mit der Firma Apple wegen des Titels seiner Partyreihe „Prostitunes“.

Martin Stappen hat Ärger mit der Firma Apple wegen des Titels seiner Partyreihe „Prostitunes“.

Jörg Knappe

Martin Stappen hat Ärger mit der Firma Apple wegen des Titels seiner Partyreihe „Prostitunes“.

Viersen. Namhafte DJs legen in Viersen Musik auf. Das war die Idee, aus der Martin Stappen vor drei Jahren die Eventreihe „Prostitunes“ entwickelte. Für den Namen setzte der 24-jährige Design-Student die englischen Begriffe ‘prostitute’ und ‘tunes’ zur neuen Wortschöpfung „Prostitunes“ zusammen. „Wir verkaufen uns sozusagen für die Musik“, erklärt Martin Stappen.

Vor etwa einem Jahr ließ er diesen Namen beim Deutschen Marken- und Patentamt eintragen. Kurz nach der Bestätigung flatterte Martin Stappen eine Abmahnung der Anwälte des iPhone-Giganten Apple ins Haus. Apple betreibt iTunes, ein Multimedia-Programm, mit dem man unter anderem Musik kaufen und organisieren kann. Die Firma sieht in dem Namen „Prostitunes“ eine zu große Ähnlichkeit.

„Man muss kein Genie sein, um zu wissen, dass es nicht ’Prost iTunes’ heißt.“

Martin Stappen, Partyveranstalter

Der Student war über den scharfen Ton des Briefs überrascht. Er sei aufgefordert worden, die Marke und Internetseite sofort zu löschen und seine Unterlagen einzusenden, um die Höhe des Schadensersatzes feststellen zu können. Er solle die Anwaltskosten tragen und unterschreiben, den Namen „Prostitunes“ nie wieder zu verwenden. Ansonsten drohten harte Strafen.

„Sogar eine klangliche Übereinstimmung wird mir vorgeworfen, doch man muss kein Genie sein, um zu wissen, dass es nicht ’Prost iTunes’ heißt“, sagt der Student. Martin Stappen fühlt sich im Recht, weil die Buchstabenkombination itunes keinen eigenständigen Wortteil mit gleichbleibendem Sinn bildet. „Die Marke muss in ihrem Sinn verändert sein – dies ist bei mir der Fall. Prostitunes ist ein eigenständiges Wort, das keinen sinnlichen Bezug auf iTunes vermittelt.“

Dennoch ist Martin Stappen das Risiko zu groß. Er will sich nicht auf einen Rechtsstreit mit dem Konzern einlassen.

Wegen der Anwaltskosten fehlt das Geld für einen Neuanfang

Ihn deprimiert, dass er aufgeben muss, was er in mühevoller Arbeit aufgebaut hat. Mit 150 Besuchern hatte er angefangen, mittlerweile waren bis zu 750 Leute an einem Abend gekommen.

Ob er einen neuen Anfang wagt, weiß er noch nicht. Da er seine Anwaltskosten bezahlen muss, fehlt ihm Startkapital. „Das hängt auch davon ab, ob mir die Leute, bei denen ich die Räumlichkeiten, Ton und Licht buche, für den Anfang entgegenkommen.“ Wünschen würde er sich einen Neustart. Denn schließlich will der Design-Student mit der Reihe etwas für die Zukunft aufbauen.

Die Firma Apple wollte sich zu dem Fall nicht äußern.

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