Einstimmig ist die Gründung im Schulausschuss beschlossen worden. Das letzte Wort hat der Stadtrat.

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Großbild Friedhelm Reimann

Gespannt verfolgten viele Eltern im Schlosskeller die Diskussion im Schulausschuss. Nach nicht einmal einer Stunde fiel die Entscheidung für die zweite Gesamtschule.

Willich. Der erste Gratulant war Ulrich Graf, bislang Leiter der Robert-Schuman-Europaschule: „Sie haben den Elternwillen umgesetzt“, erklärte er als Vertreter der Bezirksregierung an die Adresse des Schulausschusses. Der hatte soeben einstimmig den Weg zur Gründung der zweiten Willicher Gesamtschule zum Schuljahresbeginn 2012/2013 freigemacht.

Etwa 60 Vertreter der Elternschaft – vor allem von der Bürgerinitiative für die zweite Gesamtschule – hatten sich zur Sondersitzung des Ausschusses im Schlosskeller eingefunden. Die Sitzung war auf Antrag der FDP zustande gekommen. Die mitgebrachten Transparente mussten zwar auf Anweisung von Schuldezernentin Brigitte Schwerdtfeger wieder eingerollt werden. Aber durch immer wieder aufbrandenden Beifall machten die Eltern deutlich: Weitere Verzögerungen wollte man nicht hinnehmen.

Das hob auch Melanie Brüggemann als Sprecherin der Initiative hervor – und machte klar, in welcher Notlage sich Eltern befinden, deren Kinder an der bisher einzigen Gesamtschule abgelehnt werden. An den Ausschuss-Vorsitzenden Christian Pakusch wurden 1200 Unterschriften für die zweite Gesamtschule übergeben.

Sporckmann: CDU hat viel dazu gelernt

Bernd Sporckmann hatte das schwere Los, den Kurswechsel der CDU zu erläutern. Die hatte noch vor fünf Wochen erklärt, erst im Sommer 2013 könne man eine neue Schulform an den Start bringen, war aber vor einer Woche den Forderungen der Eltern und der übrigen Ratsfraktionen gefolgt. „Wir haben viel dazu gelernt“, betonte Sporckmann. Bis zur Ratssitzung am 21. Dezember müsse die Verwaltung nun ein „belastbares Konzept“ für die Gesamtschule vorlegen.

Uli Winkler (SPD) fand der Kurswechsel der CDU „prima“, vermutete aber, die wolle sich ein „Hintertürchen“ offen lassen. Darauf stellten Sporckmann und Nadine Caris klar: Auch die CDU stehe hinter der Gesamtschul-Gründung 2012.

Nobert Schlöder und Robert Brintrup (CDU) enthielt sich bei der Abstimmung. Schlöder bedauerte, dass das Modell Sekundarschule nicht geprüft worden sei. Brintrup bezweifelte, dass die spätere Oberstufe der Gesamtschule genügend Schüler haben wird. Für einen solchen Fall hat die Bezirksregierung die Umwandlung in eine Sekundarschule in Aussicht gestellt.

Parallel zur Gründung der Gesamtschule soll am 21. Dezember im Rat die Schließung von Haupt- und Realschule beschlossen werden.

Aus formalen Gründen, so hob Brigitte Schwerdtfeger hervor, könne erst in der Dezembersitzung des Rates der offizielle Gründungsbeschluss erfolgen. Bis dahin müssen unter anderem Kostenschätzungen und Stellungnahmen der Schulen vorliegen. Die Grünen beantragen gleichwohl schon für die Ratssitzung am Donnerstag den Beschluss zur Einrichtung einer Gesamtschule mit vierzügigem Ausbau.

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