Schulsozialarbeiterin Stephanie Mund will nicht nur „mütterlich“ sein.

Stephanie Mund ist neue Schulsozialarbeiterin am Huma. Die Mutter will Schülern unkonventionell helfen.
Stephanie Mund ist neue Schulsozialarbeiterin am Huma. Die Mutter will Schülern unkonventionell helfen.

Stephanie Mund ist neue Schulsozialarbeiterin am Huma. Die Mutter will Schülern unkonventionell helfen.

Hans-Peter Reichartz

Stephanie Mund ist neue Schulsozialarbeiterin am Huma. Die Mutter will Schülern unkonventionell helfen.

Mönchengladbach. Schulleiter Heinz-Theo Jacobs hält große Stücke auf seine neue Kollegin und lobt ihre „mütterliche Art“. Stephanie Mund nimmt das Kompliment ihres Chefs lächelnd entgegen, schränkt jedoch ein: „Mütterlich umsorgen möchte ich die Schüler, aber mit der notwendigen professionellen Distanz“.

Seit Kurzem arbeitet sie als Schulsozialarbeiterin am Stiftisch-Humanistischen Gymnasium (Huma). Ihr Einsatz sei eine Neuheit in Gladbach. Während Sozialpädagogen an anderen Schulformen die Regel sind, fehlen sie bisher an den Gymnasien. Es müsste eigentlich Pflicht sein, findet Jacobs. Er betont aber: „Wir sind keine Problemschule“.

Kollegen werden durch die Neue entlastet

Die Entscheidung, mit einer Sozialpädagogin zu arbeiten, habe die Lehrerschaft gefällt, sagt Beratungslehrer Michael Bergehausen. Die Schüler brächten Probleme mit in die Schule, die zu lösen viel Energie koste: „Und die Zeit für den Unterricht geht dadurch verloren“, so Bergehausen.

Die Neue habe die Situation für die Kollegen sehr entspannt: „Wo vieles mit einem Gespräch geklärt werden kann, ist früher nichts passiert“, so Jacobs. Jetzt gehen die Schüler zu Mund. Ihre häufigsten Probleme seien Versagensängste, Essschwierigkeiten, Stress mit den Eltern, Liebeskummer, Identitätsfindung, Mobbing oder Zukunftssorgen.

Durch die verkürzte Schulzeit habe der Druck auf die Jugendlichen zugenommen, sagt die Fachfrau. „Es tut ihnen gut, einen Erwachsenen außerhalb der Familie zum Reden zu haben. Jemanden, der keine Noten gibt“.

Fragen: Jugendliche brauchen oftmals eine neutrale Bezugsperson, die ihnen bei so manchen Problemen hilft. Ob bei psychischen Problemen, Identitätszweifeln („Ich bin zu dick“), Essproblemen, Schulstress, Leistungsdruck, Zukunftsängsten, Depressionen, aber auch bei Streit mit den Eltern bzw. dem Freund oder der Freundin. Gespräche, aber auch Tipps sollen helfen. Auch Eltern können mit herangezogen werden.

Mund will zuhören: Dem Mädchen, das von den Jungs wegen seiner Figur ausgelacht wird. Dem Jungen, der aus Angst die Schule schwänzt. Lösungen sucht sie im Einzelgespräch, in der Gruppe oder mit den Eltern. „Dabei gilt immer meine Schweigepflicht“, betont sie.

Bei gravierenden Fällen verweist sie auf andere Helfer

Allerdings: Bei gravierenden Fällen – häuslicher Gewalt, schweren psychischen Störungen – rät sie unter anderem den Schulpsychologischen Dienst der Stadt aufzusuchen. Ein gutes Netzwerk zu pflegen, gehört zur Aufgabe der Sozialarbeiterin. Auch dies ist für die Lehrer eine wichtige Hilfe: „Wenn Eltern bei uns nach Unterstützung fragen, kennt sie die richtigen Kontakte“, sagt Bergehausen.

Den Schulleiter entlastet der pädagogische Beistand ebenfalls beim Umgang mit den 900 Schülern. Schwere Verstößen müsse er von Amtswegen offiziell ahnden und Polizei oder Jugendamt informieren: „Die Sozialpädagogin kann die Härte zunächst abfedern“, sagt der Schulleiter. Eine halbe Lehrerstelle dafür zu besetzten, ist für Jacobs kein Verlust: „Frau Mund gleicht das Fehlen eines Lehrers mehr als aus“.

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