Immer mehr Migranten möchten in Gladbach beerdigt werden. Dabei gibt es kulturelle Hindernisse.

Grab auf dem Teil des Hauptfriedhof in Mönchengladbach wo Muslime und Buddhisten beigesetzt werden.
Grab auf dem Teil des Hauptfriedhof in Mönchengladbach wo Muslime und Buddhisten beigesetzt werden.

Grab auf dem Teil des Hauptfriedhof in Mönchengladbach wo Muslime und Buddhisten beigesetzt werden.

Hans-Peter Reichartz

Grab auf dem Teil des Hauptfriedhof in Mönchengladbach wo Muslime und Buddhisten beigesetzt werden.

Mönchengladbach. Vor vielen Jahren kamen sie eigentlich nur nach Deutschland, um hier zu arbeiten. Mittlerweile leben sie hier, wollen bleiben, haben ihre Familien hier. Viele Mitbürger mit Migrationshintergrund fühlen sich als Deutsche. Und so stellt sich auch unabänderlich die Frage nach dem letzten Weg.

„Viele können sich nicht vorstellen, in ihrem Herkunftsland beerdigt zu werden“, sagt Gülistan Yüksel, Vorsitzende des Integrationsrats. In Gladbach wird deshalb diskutiert, wie man die Friedhofssatzung so ändern kann, dass sie zwar noch mit den gesetzlichen Vorgaben zu vereinbaren ist, ausländischen Bürgern aber die Möglichkeit bietet, ihre Angehörigen nach ihren religiösen Traditionen zu beerdigen.

Es gibt bereits einen Bereich nur für Muslime

„Immer mehr Migranten, vor allem der dritten Generation, bleiben hier und wollen auch hier beerdigt werden“, sagt Yüksel. Der Integrationsrat hat mit Vertretern verschiedener Glaubensgemeinschaften und der städtischen Abteilung für Friedhöfe über mögliche Änderungen diskutiert.

Denn auf dem städtischen Friedhof an der Viersener Straße gibt es zwar bereits einen Bereich für Muslime. „Der wird aber bis jetzt nicht gut angenommen“, sagt Yüksel. Dass die meisten Muslime ihre Verstorbenen immer noch ins Heimatland überführen, liege vor allem an ungeklärten Problemen mit der anderen Art der Beerdigung.

Viele offene Fragen rund um die Art der Beerdigung

So sieht Gladbachs Friedhofssatzung nur eine Grab-Mietdauer von 25 Jahren vor. In der Beerdigungskultur der Muslime ist es jedoch üblich, Angehörigen eine „ewige Ruhestätte“ zu verschaffen. Zum anderen äußerten viele Muslime den Wunsch, „ihren“ Friedhofsbereich stärker von anderen abzugrenzen. Ein weiterer Punkt ist die Bestattung ohne Sarg.

Seit zehn Jahren gibt es auf dem städtischen Friedhof ein Bestattungsfeld für Muslime. Bisher gab es 30 Beerdigungen. Außerdem gibt es ein Feld für Buddhisten.

 

Integrationsbeauftragter Klaus Schmitz schätzt die Zahl der in Gladbach lebenden Muslime auf 20 000. Genaue Zahlen gibt es nicht.

 

Es gibt Anzeichen, dass die Stadt diesen Wünschen entgegenkommen kann. Nach der Sommerpause soll das Thema zunächst intern, dann öffentlich diskutiert werden.

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