Die Einzelhandelskauffrau Eva Nießen strebt eine Karriere als Künstlerin an. Bis zum 7. März sind ihre Bilder im Kunstfenster Rheydt, Karlsbader Straße 46, zu sehen.

Eva Nießen sagt, dass sie sich „beim Malen manchmal wie in Trance fühlt“. Wenn man sich mit ihr unterhält, dann lächelt sie gerne.
Eva Nießen sagt, dass sie sich „beim Malen manchmal wie in Trance fühlt“. Wenn man sich mit ihr unterhält, dann lächelt sie gerne.

Eva Nießen sagt, dass sie sich „beim Malen manchmal wie in Trance fühlt“. Wenn man sich mit ihr unterhält, dann lächelt sie gerne.

Eva Nießen sagt, dass sie sich „beim Malen manchmal wie in Trance fühlt“. Wenn man sich mit ihr unterhält, dann lächelt sie gerne.

Mönchengladbach/Rheydt. Auf dem Bild ist ein Engel zu sehen. Er wirkt, als sei er am Boden zerstört. Seine Flügel hat er sich um den Körper gelegt, den Kopf zwischen den Schulter eingezogen, das Gesicht ist verborgen.

Dennoch erstrahlen die Gestalt und ihre Umgebung in kraftvollen, intensiven Farben. Feuriges Rot geht über in leuchtendes Gelb. Klar und detailtreu sticht nur eine alte, schwarze Straßenlaterne dem Betrachter ins Auge: "Die hat mir einfach gefallen", sagt Eva Nießen und lacht.

Überhaupt sieht man bei der jungen Künstlerin fast immer ein Lächeln im Gesicht. Vielleicht, weil nach einer längeren künstlerischen Phase, in der "sich einfach nichts bewegte", nun eine "wahnsinnig aufregende Zeit" für Eva Nießen beginnt. Bis zum 7. März sind ihre Bilder im Kunstfenster Rheydt, Karlsbader Straße 46, zu sehen.

Möglich machte diese erste Ausstellung die Unterstützung durch den Giesenkirchener Künstler Thomas Wiesen, mit dem sie schon oft zusammengearbeitet hat. Vielleicht ist Eva Nießen auch so entspannt, weil Malen für sie die beste Möglichkeit ist, "mit meiner Umwelt fertig zu werden".

Schon während ihrer Kindheit in Odenkirchen hat sie gerne gemalt. In der Grund- und Realschule sei sie von ihren Lehrern "sehr gefördert" worden. Doch nach der Schule kamen zunächst eine Lehre zur Einzelhandelskauffrau und Jobs im Büro, "die einfach nicht mein Ding waren".

Erst vor zwei Jahren hat die 23-Jährige ihre Kreativität wiederentdeckt, tatkräftig unterstützt von ihrer Freundin Katharina Szot, in deren Wellness-Massage-Praxis sie heute arbeitet. "Das Malen hat mir in einer Zeit geholfen, in der es mir schlecht ging", erinnert sie sich. "Ich habe ein Bild im Kopf und male, bis es nicht mehr geht. Manchmal stehe ich nachts um drei Uhr auf und arbeite."

"Ich bin eher der chaotische Typ"

Oft sei sie während dieses künstlerischen Prozesses wie in Trance, danach "ist mein Kopf wieder frei". Die junge Künstlerin hat sich alle Techniken selber beigebracht.

Zurzeit sei sie "in einer EngelPhase", sagt Eva Nießen. Ihr aktuelles Bild, das sie "Der gefallene Engel" nennt, kommt gerade frisch aus dem Atelier. Das hat sie sich in der Küche ihrer Schelsener Wohnung eingerichtet. "Ich bin eher der chaotische Typ", sagt sie über sich selbst.

Planen ist nicht ihr Ding. Was die Zukunft bringt, "darauf möchte ich mich nicht festlegen". Aber einen großen Wunsch würde sich Eva Nießen dann doch gerne erfüllen: "Ein eigenes Atelier und eine eigene Galerie zu haben, gehören zu meinem Fünf-Jahres-Plan."

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